Osnabrücks Oberbürgermeister ist nicht als Radfahrer bekannt, ein Foto von ihm auf einem Fahrrad kann ich nicht finden. Er hat (sich) mal (an) einen Fahrradlenker (fest) gehalten. Ansonsten kommt er mit Auto und Chauffeur zu Radwegeröffnungen und lässt sich mit dem Zitat „Ich freue mich auf eine entspannte gemeinsame Radelzeit“ für den Stadtradel-Flyer ablichten, nimmt dann aber gar nicht teil.

Das sollte sich nun dank einer Spendenaktion von terre des hommes ändern. Ich hatte darüber geschrieben. Wenn bis zum 15. September 2017 sein Spendenziel von 600 Euro erreicht worden wäre, „dann werde ich an einem Tag bei Wind und Wetter alle Termine mit dem Rad wahrnehmen“. Dabei ist es natürlich erst mal traurig, dass er nur gegen Geld Fahrrad fahren will und wirft irgendwie ein sehr komisches Licht auf den Radverkehr in Osnabrück. Ist es für den eigenen Oberbürgermeister eine Herausforderung, hier Rad zu fahren? Etwas, für das man Mut braucht und nur gegen Gegenleistung macht? Dann sollte schnell gehandelt werden. Denn auch Bürgermeister können ihre Termine mit dem Fahrrad erledigen.

Nun gut, es sind nur 120 Euro zusammengekommen. Fährt er trotzdem einen Tag lang mit dem Fahrrad, wollte die Neue Osnabrücker Zeitung wissen? Nein, denn das Fahrrad sei „oberbürgermeisterberufsalltagsinkompatibel“, wie Grieserts Pressesprecher mitteilte. Mag die Spendenaktion durch Eigeninitiative nun doch noch gelingen, so fragt man sich, warum der Fahrradtag überhaupt in Aussicht gestellt wurde und ob der OB sogar froh ist, das Ziel nicht erreicht zu haben. Gerade in Osnabrück, wo seit Langem nach Lösungen für Stau und Abgasprobleme gesucht wird, wäre es an der Zeit, dass auch der Oberbürgermeister mit gutem Beispiel voranginge und Alternativen aufzeigte.

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