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Links der Woche

Links der Woche #276

Moin, moin. Es ist schon wieder kalt geworden. Macht euch einen heißen Kaffee und ab aufs Sofa. Es wird wieder über das autonome Fahren geschrieben. Es könne sich der Verdacht aufdrängen, „dass es auch bei den selbstfahrenden Autos am Ende mehr um die Interessen der Wirtschaft geht als um alles andere“, steht in der taz. Der Verdacht muss sich gar nicht aufdrängen, das wird ganz sicher so sein.

Schifffahrt ist auch mal dabei. Der Hamburger Hafen stirbt auf Raten. Mega-Schiffe, Häfen am Mittelmeer und die neue Seidenstraße machen ihn überflüssig. Langfristig ist er nicht zu retten. Reißen die unnötigen Elbvertiefungen in der Zwischenzeit auch das Ökosystem Elbe mit in den Abgrund?

In Frankreich haben zahlreiche Städte Tempo 30 zum Richtwert gemacht. Das Ergebnis: Die Zahl der Verkehrstoten geht deutlich zurück. Wie schön es wäre, würde sich die Verkehrspolitik in Deutschland auch an der Sicherheit der Menschen orientieren und nicht an der Beschleunigung des Autoverkehrs. Ähnlich sieht es ja bei unserer Petition aus.

Und zum Schluss noch eine erfreuliche Nachricht: Das Fahrrad ist der Gewinner der Pandemie. 38 Prozent der Befragten nutzen das Fahrrad häufiger als vor Corona. Das ist das deutlichste Plus aller Verkehrsmittel. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Neu-Radfahrenden nicht von den Gegebenheiten da draußen abschrecken lassen und die Kommunen jetzt endlich entschieden nachbessern. Viel Spaß bei der Lektüre. Und wem das Angebot von it started with a fight etwas wert ist, kann gerne etwas in die digitale Kaffeekasse werfen.

E-Bike zum Flatrate-Preis (Spiegel)

Hafenschlick sucht neues Zuhause (taz)

Tempo 30: Weniger Verkehrstote (telepolis)

Neuer Trend Pop-up-Radwege (heise online)

Portal gegen Falschparker (Radio Leverkusen)

Fast so viel Mobilität wie vor Corona (Tagesschau)

Ein Rad kauft sich am besten mit Termin (ZEIT Online)

Hannover streitet über Neubau des Südschnellwegs (ZEIT Online)

Bitkom-Umfrage: Mehr Technik gegen Verkehrssünder (heise online)

Verkehrspolitik und autonomes Fahren: Klarer Weg, unklares Ziel (taz)

Hau-Ruck-Aktion oder Trendwende? Debatte um Pop-up-Radwege (stern)

Fahrrad und Auto sind in der Pandemie am beliebtesten (Westdeutsche Zeitung)

„Ich halte wenig von einer Helmpflicht für Pedelec-Fahrer“ (Süddeutsche Zeitung)

Radfahrer*innen auf der Spur – mit Gamification Verkehrsdaten sammeln (Emmett)

Linke bremsen Grüne: Berlin kippt Plan für Verbrennerstopp in der Hauptstadt (Spiegel)

Verkehrsminister Scheuer will das Fahrrad für lange Strecken attraktiver machen (heise online)

Verkehrswende paradox: Schwertransporte boomen – aber nicht per Bahn und Schiff (Handelsblatt)




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9 Antworten auf „Links der Woche #276“

Ziemlich einfach: Erstens ist die neue „Umgehungsstraße“ eine Autobahn, die laut offizieller Verkehrsprognose mehr Verkehr in die Region ziehen wird. Und zweitens gibt es keinen begründbaren Zusammenhang zwischen beiden Projekten. Der Schwerlastverkehr, der durch die Verlegung der B68 nicht mehr durch die Stadt fahren darf, kann locker über die bestehende A1 und 30 fahren. Hier geht es nicht um Verkehrsmassen, die die Region lahmlegen würden. 120 Schwerlastfahrten am Tag.

@Daniel: Es muß doch aber irgendeinen gravierenden Nachteil geben, daß die sich freiwillig durchs Stadtzentrum quälen. Wenn ich Deine Fotos sehe, müßten sowohl die Fahrer als auch die Unternehmer (denen Lieferfristen und Lohnkosten im Nacken sitzen) das Grausen bekommen. Sind es wirklich nur die 9 km Umweg?

Andere Städte und Dörfer haben mitunter keine Autobahn in der Nähe. Für die kann eine neugebaute Umgehung eine Riesenerleichterung sein. Ich finde, das kann man nicht pauschal verurteilen, sondern sollte den jeweiligen Einzelfall betrachten (obwohl sich bei mir bei „CSU und Verkehr“ ebenfalls die Nackenhaare sträuben).

Ich halte das Geschrei um die A33 Nord auch für überflüssig.
Mein Vorschlag ist :
Von Belm zur A1 weiterbauen – allerdings nur minimal . Das heißt je 1 Richtungsfahrbahn mit Pannenbuchten und das war’s .
Das ganze möglichst umweltverträglich bauen – in kritischen Bereichen sogar als Tunnel. Tempo 60 ergibt sich durch das Limit für Lkw auf Landstraßen. Dazu reichlich Blitzer und Überholverbot und fertig ist das Ganze .
Erspart den Durchgangsverkehr durch Icker und Rulle , spart Sprit ; und spart auch den Ausbau der A30 auf 6 Spuren.

#Amsterdam: Herrlich! Man sollte sich vom Video jedoch nicht täuschen lassen: der Modalsplit des MIVs in niederländischen Städten liegt höher als in deutschen. Wenn es nahezu autofreie Viertel gibt, muß es auch andere geben, wo sich das Blech stapelt.

Hat schon jemand die vielgerühmten Amsterdamer Radwege in dem Video gezählt?

In Deutschland gibt es sehr wohl Radwege in 30-er-Zonen. Mitunter sind sie sogar benutzungspflichtig. (Ich kenne sogar eine Fahrradstraße mit Schutzstreifen.)

Wird nicht sonst von ADFC & Co. getrommelt, daß man zwingend Radwege brauche, um die Leute zum Umstieg aufs Rad zu bewegen? Das Video steht in krassem Widerspruch dazu.

Tempo 30 ?
Sicherlich hilfreich , und wird die Unfallzahlen auch senken . Das aktuelle Problem ist aber das kaum einer die bestehenden Limits einhält- egal ob innerorts, außerorts oder auf den Autobahnen. Dazu kommen dann die üblichen Extras von verschiedenen Nutzergruppen : Handy, Kopfhörer, Alkohol, Drogen , kein Licht , etc . von denen wir alle wissen das Unfälle begünstigt oder sogar „gefördert “ werden.
Das heißt nicht nur nach Tempo 30 rufen – sondern auch dafür sorgen das alle Fraktionen die Spielregeln einhalten.
Dann können wir Kurs auf Vision Zero nehmen…..

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