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Radverkehr Reise

Wien

Ich versuche mal, meine Eindrücke aus Wien wiederzugeben. Ich war nur drei Tage da und habe bei weitem nicht alles gesehen. Aber einige Dinge sind mir doch aufgefallen. Fangen wir mal mit Fahrrad-Infrastruktur an. Mein erster Eindruck war ein ganz schönes Kuddelmuddel. Mal gab es keine Radwege oder Radfahrstreifen, dann wieder Hochbordradwege, die gar nicht schlecht angelegt waren (mit kleiner Kante zum Gehweg) aber meist für den Zweirichtungsverkehr freigegeben sind. Und dafür eigentlich zu schmal sind. Manche enden auch einfach, siehe Video 1.

Hier ließ es sich sehr entspannt radeln. Freigegebene Einbahnstraße, auf der Radfahrer durchweg akzeptiert werden.
Hier ließ es sich sehr entspannt radeln. Freigegebene Einbahnstraße, auf der Radfahrer durchweg akzeptiert werden.

Viel Farbe, viele Fragezeichen…

Und dann war da noch das mit den Farben. In der Regel sind die Radwege asphaltgrau. Dann aber plötzlich grün (wenn sie an Kreuzungen von Fußgängern mitgenutzt werden dürfen) und an Überwegen rot. Und zur Kennzeichnung finden sich blaue Kreise mit weißen Piktogrammen drauf. Das war mir ehrlich gesagt zu viel. Rot soll den Autofahrern signalisieren, dass ein Radweg kreuzt. Das kann man aber auch mit Grün machen. Einheitlich ist es meiner Meinung nach sogar besser.

Grün - rot - grün - rot - grün. Warum nicht einheitlich grün?
Grün – rot – grün – rot – grün. Warum nicht einheitlich grün?

Positiv waren einigen protected bike lanes. Zwei habe ich im Video. Der erste befindet sich am Wiedner Gürtel, von den Ausmaßen her fast schon eine innerstädtische Autobahn. Hier fährt es sich wirklich gut. Leider nur ca. 500 Meter. Davor und danach ist für Radfahrer nichts.

Der andere geschützte Radweg zieht sich über den Mariahilfer und Margaretengürtel. Hier fährt man zwischen Fahrbahn und Straßenbahn. Das ist ziemlich entspannt. Nur an manchen großen Knotenpunkten wird es etwas unübersichtlich.

Vimeo

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Was noch auffällt: es sind extrem viele Autos in der Stadt (man riecht die Abgase streckenweise extrem). Und weil die Parkstreifen überbelegt sind, werden halbe Bürgersteige zu weiteren Parkplätzen umfunktioniert – inklusive kleiner Rampe.

wien-parkstreifen

Imagemäßig macht Wien wirklich einiges. Baulich hinken sie nach meinen Eindrücken noch hinterher...
Imagemäßig macht Wien wirklich einiges. Baulich hinken sie nach meinen Eindrücken noch hinterher… Fotos: dd

Abschließend nur kurz: Das ist hier alles sehr verkürzt dargestellt und, wie gesagt, Eindrücke aus drei Tagen, die ich mit dem Leihrad des Hotel gewonnen habe. Ich habe auch schon gehört, dass es in Wien sehr vom Bezirk abhängt, wie viel für Radfahrer getan wird. Und alle 23 Bezirke sind natürlich in drei Tagen nicht machbar.

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