Die fehlende „protection“ an der ersten Protected Bike Lane in Osnabrück ist noch nicht vom Tisch. Die Stadt „überwacht“ den neuen Radweg aktuell mit einer Kamera. Mithilfe der Aufnahmen soll ausgewertet werden, ob auf dem neuen Radweg geparkt oder gehalten wird. Sollte das der Fall sein (was ich selbst schon beobachtet habe), will die Verwaltung die Nachrüstung einer baulichen Trennung diskutieren, die über den dort schon befindlichen Bordstein hinausgeht. Der nötige Platz dafür wäre im Bereich zwischen Bordstein und rotmarkiertem Radweg vorhanden.

Bereits im September fand eine erste „Überwachungsphase“ statt. Die Stadt nutzt die Gelegenheit, um auch gleichzeitig die Anzahl der Radfahrerinnen und Radfahrer zu messen. Ergebnisse gibt es noch nicht.

Der neue und als Protected Bike Lane geplante Radweg am Heger-Tor-Wall ist seit Ende September fertig und markiert einen neuen Standard, der das Radfahren in der Stadt schneller, sicherer und komfortabler macht. Auf einen baulichen Schutz hat die Stadt zunächst verzichtet – in der Hoffnung auf die Vernunft der Autofahrer.

Update12. März 2019
Die Beobachtungen haben ergeben, dass praktisch keine Falschparker auf dem Radweg stehen. Daher wird zunächst auf eine besondere „protection“ verzichtet.

Update 16. April 2019
Inzwischen gab es etwas Aufregung ob dieser Verkehrsdatenerhebung per Kamera. (Man hatte gehofft, dem Stadtbaurat etwas anhängen zu können.) Die Verwaltung teilt dazu nun in einer Ausschussvorlage mit: „Um die Konfliktpotentiale der verschiedenen Verkehrsteilnehmer zu erkennen wurde ein Sensor zur Verkehrserhebung eingesetzt. Vor Anschaffung des Produktes im Frühjahr 2017 wurde die städtische Datenschutzbeauftragte hierzu befragt. Sie hatte keine Bedenken, solange keine Personen oder Kfz-Kennzeichen zu erkennen sind. Der Hersteller hat von sich aus bereits auf die verschärften Regeln der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) reagiert und eine Einstellung mit verminderter Aufnahmequalität zur Verfügung gestellt. Durch die Einstellung der Kamera bei den Erhebungen in Osnabrück (Graustufen, low-bite-Auflösung) ist garantiert, dass keine Personen / Kfz-Kennzeichen zu erkennen sind.“

Bild: Stadt Osnabrück

Foto: dd