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Coronavirus: Allianz für individuellen Verkehr

Die Corona-Krise führt zu ungewöhnlichen Allianzen. Heute melden sich der Bundesverband Zukunft Fahrrad (BVZF), der Industrie-Verband Motorrad (IVM) sowie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in einer gemeinsamen Erklärung mit der Bitte, auf individuelle Mobilität umzusteigen, um den ÖPNV zu entlasten.

Die Corona-Krise führt zu ungewöhnlichen Allianzen. Heute melden sich der Bundesverband Zukunft Fahrrad (BVZF), der Industrie-Verband Motorrad (IVM) sowie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in einer gemeinsamen Erklärung mit der Bitte, auf individuelle Mobilität umzusteigen, um den ÖPNV zu entlasten. So könne die Nutzung von Auto, Fahrrad, Motorroller und Motorrad das Infektionsrisiko minimieren.

„Das Virus einzudämmen ist das wichtigste Ziel der nächsten Wochen. Vor allem, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Gleichzeitig müssen Menschen erforderliche Wege zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkauf oder zur Versorgung von Angehörigen sicher zurücklegen können.

Die persönliche Mobilität steht auch in Krisenzeiten für Stabilität und Kontinuität. In Anbetracht des sich rasant ausbreitenden Coronavirus’ COVID-19 plädieren wir gemeinsam für einen risiko- und verantwortungsbewussten Umgang bei der Nutzung von Auto, Fahrrad, Motorroller, Motorrad und ÖPNV. Die Gesundheit hat oberste Priorität. Das eigene Auto, Fahrrad, Motorroller oder Motorrad erhöht die Infektionssicherheit und kann entscheidend dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu reduzieren. Je weniger Fahrgäste den ÖPNV zwingend nutzen müssen, desto sicherer wird er für diejenigen, für die er alternativlos ist.




Um Mobilität aufrechtzuerhalten und die Krise zu bewältigen, sind geöffnete Kfz-Werkstätten und Fahrradläden sowie Tankstellen für die Menschen und die Gesellschaft essenziell.

Der Gefahr für Gesundheit und Leben müssen wir mit Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme begegnen. Mit unserer Initiative wollen wir dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu minimieren und gleichzeitig die lebensnotwendige Mobilität der Bevölkerung sicherzustellen.“

Ich empfehle, auch jetzt nicht ins Auto sondern aufs Fahrrad umzusteigen. Die verhältnismäßig leeren Straßen machen es sogar angenehmer als sonst.

18 Antworten auf „Coronavirus: Allianz für individuellen Verkehr“

Mir fehlt da der deutliche Hinweis, gerade an Autofahrende, dass eine rücksichtsvolle Fahrweise ebenfalls helfen kann. Die vielen Intensivbetten und Beatmungsmaschinen werden im Alltag nämlich zum großen Teil für die Opfer von Verkehrsunfällen gebraucht, und die meisten Opfer mit den schlimmsten Verletzungen stammen aus Unfällen von und mit Autofahrenden.

Gäbe es ein Preis für die überflüssigste Corona-PM, dann wäre dies ein heißer Kandidat. Haben die mal die Busse gesehen? Hier fahren die fast leer durch die Gegend.

Im Gegensatz zur obigen PM wird im Tagesspiegel Artikel aber – glücklicherweise – nicht noch die völlig absurde Aufforderung zum Autofahren platziert.

Mir ging es um die pauschale Behauptung, dass der ÖV zurzeit sowieso leer sei, Herr Krückmann. Das stimmt so einfach nicht und ich finde, der Kommentator macht es sich mit der Pauschalaussage sehr einfach. Das ist alles.

Zur „Absurdität“ – in Teilen sehe ich das wie sie, wer jetzt in der Stadt kurze Strecken hat, soll bitte das Rad nehmen oder zu Fuss gehen. In der Tat machen das ja auch viele. Tempolimits und Umwidmung zu temporären Radwegen finde ich super – siehe auch diesen offenen Brief, den ich mit gezeichnet habe:
https://www.iass-potsdam.de/de/blog/2020/04/covid-19-pandemie-sicheren-fussverkehr-und-radfahren-ermoeglichen (gerne weiterverbreiten, Daniel)

Aber was sagen Sie jemandem, der oder die jetzt lieber mit dem Auto statt mit der Regional- oder S-Bahn nach Hamburg, Berlin, Frankfurt oder Stuttgart pendeln will? Dass dieses Bedürfnis „absurd“ ist? Ich finde das nachvollziehbar und in Ordnung.

Was meine Rolle beim VCD, ich glaube, da sind sie einfach nicht gut informiert, wir können uns da gerne mal drüber unterhalten. Die Haltung des VCD zum Autoverkehr ist in meiner Zeit und auch jetzt mit Kerstin Haarmann als Vorsitzender ablehnender geworden. Wir haben uns in den letzten Jahren immer mehr auf Alternativen fokussiert und unserer Kommunikation modernisiert. ich glaube, das war und ist sehr richtig. Gleichzeitig war es immer Auffassung des VCD, dass der Autoverkehr weiter ein wichtiges Thema ist. Das sieht auch Katja Diehl so. Dass wir weniger Autoverkehr wollen ist absolut common sense, da ändert auch eine einzelne PM in einer Krisensituation wie dieser nichts…

Wenn das so ist. Wäre vermutlich keiner von allein drauf gekommen, bei dem Wetter vielleicht Rad zu fahren … Und die PM trifft Entscheidungen über Ladenöffnungszeiten? Ich kann nur halb folgen …

Zum Autofahren auffordern, weil ja die Gesundheit oberste Priorität hat!!
Auf sowas muss man erstmal kommen…

Teile der ‚Fahrradwirtschaft‘ schmieden da wohl neue Allianzen im Stil der NL-Politik mit ‚mehr Fahrrad plus mehr Auto‘.

Vielleicht ganz gut, dass von Rauch nicht mehr in der VCD Chefetage sitzt und fitte Leute wie Katja Diehl mit einer dezidierten Ausrichtung auf ‚weniger Autoverkehr‘ dort mehr Einfluss nehmen können?

Dass ausgerechnet jetzt bei absehbarer Überlastung der Kliniken durch solche Aufrufe zum Autofahren noch zusätzliche Unfallverletzte in die Krankenhäuser kommen?
Who cares?
Hauptsache der Umsatz stimmt!

Ich sehe hier weniger neue Allianzen als die Tatsache, dass hier Verbände, die zum Corona nichts qualifiziertes neues beitragen können und auch kein Mandat ihrer Mitglieder haben dürften, im Namen der Mitglieder sich zum Thema Seuchenbekämpfung zu äußern, sich offensichtlich genötigt sahen, ihre volle Unterstützung eines autoritären Kurses kund zu tun, auch wenn es anders geht.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-03/coronavirus-schweden-stockholm-oeffentliches-leben

Die ersten Bürger akzeptieren inzwischen die Grundrechtseinschränkung nicht.

https://www.lawblog.de/index.php/archives/2020/03/26/egoist-klagt-gegen-das-kontaktverbot-und-kriegt-am-ende-womoeglich-recht/

Ist ja nicht so, dass unter dem Vorwand eines guten Zwecks bisher keine Grundrechtseinschränkungen erfolgten on den letzten Jahren. Vorratsdatenspeicherung, Videoüberwachung von öffentlichen Räumen, Gesichtererkennung in Bahnhöfen.

An der Nordseeküste ist inzwischen sogar die Pressefreiheit eingeschränkt. Man muss sich entgegen den Verfassungswerte bei der Gemeinde akkreditieren und das Land hat keine Maßstäbe festgelegt. Da dürfen jetzt Bürgermeister und Behörden entscheiden, welche Themen zulässig und welche Journalisten arbeiten dürfen. Beste Voraussetzungen für eine freie Presse. Wie soll man da über was anderes berichten als Corona und wie soll man da kritischen Journalismus betreiben?

https://www.spiekeroog.de/fileadmin/user_upload/20200323_9_Allgemeinverfuegung_Schifffahrt_und_soziale_Beschraenkung_mit_Begruendung_2.pdf

Da mag ich nicht vorbehaltlos einen repressiven Kurs vorbehaltlos unterstützen, da der langfristig Auswirkungen haben wird, außer bei der Verkehrsplanung. Das letzte – wenn auch im GG nicht verankerte Grundrecht – das man antasten wird, ist das Recht zu Rasen. Tempo 130 waren vor ein paar Wochen noch zu weitgehende Freiheitseinschränkungen und werden das auch in Zukunft sein.

eigentlich ist ja noch keine richtige Fahrradsaison, sind nur wenige Radfahrer unterwegs, die bei fast jedem Wetter Rad fahren. Der ÖPNV ist leer, weil viele Geschäfte und andere Arbeitsplätze einfach nur zu sind.

Bei meinen Radtouren der letzten Tage sah ich dann eher viele Autos, sowohl auf den Straßen, als auch auf dem überfüllten Waldparkplätzen. Hierbei stellte ich dann auch Kennzeichen aus der Region fest, die Strecken, die ich mit dem Rad zurücklegen kann, schaffen die Autofahrer nicht aus eigener Kraft bei schönstem Wetter. Vermutlich ist nicht mal ein Fahrrad im Haus, alles Folgen der Verkehrspolitik und Erziehung der letzten mindestens 50 Jahre. Das betrifft sowohl kurze Strecken zum Naherholungsgebiet an der Stadtgrenze 3-5km, als auch an regionale Ausflugsziele in 25-50km Entfernung.

Ich glaube, dass sich nach der Corona-Krise nicht viel beim Verhalten der Autofahrer ändern wird. Eigentlich müsste man das sinnlose und damit umweltschädliche Autofahren gerade jetzt auch verbieten. Wahrscheinlich ist vielen nicht mal aufgefallen, dass sich die Luftqualität z.B am vergangenem Sonntag morgen deutlich verbessert hat und es viel ruhiger geworden ist. Es findet eine deutliche Entschleunigung statt, viele haben nen dicken Dämpfer bekommen und nun Zeit zum nachdenken.

Corona ist vielleicht die Chance das egoistische, rücksichtslose Verhalten der Menschheit grundlegend zu ändern und auch andere Probleme wie den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Ich habe jedoch die Befürchtung, dass hinterher alles wie vorher oder noch schlimmer wird, um die wirtschaftlichen Verluste wieder einzufahren.

Hallo zusammen,
erstmal danke für den Post und die Kritik. Ein bisschen zum Hintergrund; Vor ungefähr zwei Wochen wurden in Österreich zunächst alle Fahrradläden geschlossen, inklusive der Werkstätten. Kfz-Werkstätten blieben offen. Inzwischen ist das wegen Protest revidiert. In Spanien, Frankreich und Italien, wo Fahrradverbände weniger politisch aufgestellt sind als hier, ist Fahrradfahren aktuell stark reglementiert bzw. verboten. Auch in Deutschland war vor zwei Wochen erstmal unklar, ob Werkstätten auf machen dürfen. Die Radläden sind weiterhin in fast allen Bundesländern geschlossen (drei Ausnahmen).
Gleichzeitig ist Radfahren mit zu Fuß gehen die sicherste Bewegungsart, die es in dieser Situation gibt. Nicht nur für private, auch Lieferdienste suchen nach Radfahrenden und teils auch nach Fahrrädern (Nextbike hatte z.B. Anfragen von Lieferdiensten).
Fahrradfahren hat aktuell einen großen und wachsende Anteil an der noch übrigen Mobilität.
Insofern finde ich schon, dass die Fahrradverbände etwas zu Corona-Krise beizutragen haben; nämlich klar zu machen, dass es keine gute Idee ist, Radläden dicht zu machen, wenn z.B. Kfz-Werkstätten auf bleiben. Und dass es generell gut ist Radfahren jetzt zu fördern, statt es zu unterbinden. Dazu sprechen wir uns mit den anderen Fahrradverbänden ab und ich finde bisher klappt das ganz gut.
Klar, man kann die Konstellation mit dem VDA kritisieren und ich verstehe das auch, die Argumente sind hier genannt worden. Es ist sicher nicht die Allianz, die zur Normalität wird. Gleichzeitig ist es auch eine politisch nicht ganz unwichtige Aussage, wenn der VDA fordert, Fahrradläden sollen nach Möglichkeit geöffnet bleiben.
Bezüglich des ÖPNV: so einfach ist es nicht, es gibt neben leeren Bussen auch sehr volle S-Bahnen in denen das Infektionsrisiko groß ist und die ÖPNV Unternehmen haben Mühe, extra Züge fahren zu lassen, damit Abstände gehalten werden können.
Naja, und Schweden vs. den autoritäre Kurs hierzulande. So viel ich weiß, sind einige der Maßnahmen in Deutschland rechtlich sehr fragwürdig. Da könnte man jetzt ein Fass aufmachen über den Umgang mit Corona, exponentielles Wachstum und wie es wohl Anfang April in unseren Krankenhäusern aussehen wird, bzw. aussähe, wenn weniger Maßnahmen ergriffen würden. Jedenfalls; ob der schwedische Weg funktioniert, dass werden wir erst in ein paar Wochen wissen. Ich glaub, dass die mit der eher lockeren Gangart noch ganz schön Probleme bekommen werden.
Soweit von mir :) frohes Radfahren und bleibt gesund
Wasilis

Und in Deutschland ist das alles problemlos? In „meiner“ Lokalzeitung war neulich ein Interview mit einem Schulleiter von einer Schule, in der die Eltern andere Probleme haben, ob sie noch eine Lastenradförderung bekommen. Der hat da sehr eindrücklich geschildert, was das alles für die Schüler bedeutet. Probleme, die man mit dem schwedischen Weg nicht hätte. Aber die Armen zu vergessen, ist ja in Deutschland auch nichts Neues. Wie auch immer: Auch jetzt gibt es nicht nur die eine alternativlose Lösung. Die Evaluation der Maßnahmen sollen die machen, die das bewerten können. Und zur Bilanzierung gehören auch die Verfassungsrechtler dazu neben den Virologen z. B. Keine Ahnung, was Branchenverbände dazu befähigt, die Maßnahmen als sinnvoll und best mögliche zu bewerten.

Zurück zur PM: Wenn die PM fordern sollte, dass die Fahrradwerkstätten oder -läden aufbleiben dürfen, konnte ich daraus nun wahrlich nicht lesen. Dann hätte man auch das da rein schreiben können und dabei belassen können.: „Aufgrund behördlicher Maßnahmen sind aktuell in allen Ländern bis auf NRW, X und Y Fahrradläden geschlossen. Angesichts der Aufforderung, den ÖPNV zu meiden und dem schönen Wetter fordern die Fahrradbranchenverbände und der VDA …“

Hier ist weiterhin der Kfz-Verkehr die Fortbewegungsart der Wahl.

Ja, vielleicht hätte man das auch so machen können, wir du das skizzierst. Aber die Forderung steht direkt oben unter der Überschrift und dann unten nochmal. Die PM ist sehr kurz. Also wenn du das darin nicht gelesen hast, was soll ich da sagen?

Zum weiteren: Ich geb dir recht, dass man Folgen der Kontaktbeschränkungen insgesamt betrachten muss, das wird in den nächsten Wochen entscheidendt sein. Ich sehe die Rolle von Verbänden dabei aber anders als Du, schätze ich.

Etwa ein Viertel aller Verkehrstoten sind Motorradfahrer. Und das bei einem Anteil der gefahrenen km von etwa 1 – 2 %. Also wenn man was für die Sicherheit der Leute tun will, dann sollte man was für SICHERES Motorradfahren tun. – Leider täte man dann auch was gegen Organspenden. Denn tote Motorradfahrer sind die Hoffnung von etwa 10.000 Schwerkranken, die auf ein Spendenorgan warten. Gerade jetzt im Frühjahr, wo die Motorradsaison beginnt.

Der ADFC brandmarkt ja Radfahren ja seit Jahren als gefährlich, sodass man das nur in geschützen Räumen machen sollte. Corona ermöglicht nun, den nächsten Schritt zu gehen und zu empfehlen, Radfahren auf das notwendige Minimum zu reduzieren oder nur noch zu Hause zu betreiben. Noch traut man sich nicht, ein Verbot zu fordern.

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Ostern und Corona

ADFC rät von langen Radtouren und Trainings ab

Berlin, 3. April 2020

013/20

Rund um Ostern wollen viele Menschen auf das Rad steigen, trotz Corona-Krise. Der Fahrradclub ADFC freut sich über alle Neuaufsteiger, mahnt aber zu Rücksicht und zur Einhaltung der Regeln zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Ausgedehntes Rennradtraining und lange Radtouren seien nicht angezeigt, so der ADFC.

ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn sagt: „Erlaubt ist es in allen Bundesländern, notwendige Fahrten zur Arbeit oder zum Einkaufen mit dem Rad zu erledigen. Auch die kleine Hausrunde mit dem Rad ist nach unserer Rechtsauffassung überall möglich, wenn man sie allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts macht. Lange Radtouren sind nicht erwünscht. Und auch ausgedehnter Radsport sollte nicht mehr im Freien stattfinden.“

Beliebte Ausflugsziele meiden

Wer mit dem Rad eine Runde dreht, um frische Luft zu schnappen und in Bewegung zu bleiben, sollte beliebte Ausflugsziele und Strecken meiden. Dort wird es nach Einschätzung des ADFC besonders schwierig, die vorgeschriebenen Abstände zwischen Personen einzuhalten. Huhn: „Auch wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte ein Ausweisdokument dabei haben, um den Wohnort nachweisen zu können.“

E-Cycling und virtuelle Touren als Option

Mehrtägige Radreisen müssen auf die Zeit nach Corona verschoben werden, weil Unterkünfte nicht mehr zu touristischen Zwecken genutzt werden dürfen. Das gilt auch für Campingplätze. Überregionale Touren sind ausdrücklich verboten, wenn sie in Gebiete führen, die für den Tourismus gesperrt sind. Dazu gehören Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und weitere Regionen in Deutschland. Für Sportlerinnen und Sportler kann E-Cycling eine Lösung sein, bei dem man auf dem Rollentrainer zu Hause vor dem Bildschirm schwitzt. Einige touristische Regionen bieten virtuelle Exkursionen an, zum Beispiel Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Rücksichtsvoll und mit Abstand fahren

Der ADFC appelliert an alle Radfahrenden, rücksichtsvoll und mit den vorgeschriebenen Abständen unterwegs zu sein. Huhn: „Die schlechte Radinfrastruktur darf keine Ausrede dafür sein, langsamer Fahrende oder Fußgänger zu bedrängen.“ An Autofahrende appelliert der ADFC, die leeren Straßen keinesfalls zum Rasen zu missbrauchen – und Radfahrende mindestens mit dem auch unter Normalbedingungen vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zu überholen. Huhn: „Es sind jetzt viele auf dem Rad unterwegs, die das lange nicht mehr gemacht haben. Auch sie müssen sicher und stressfrei zum Ziel kommen!“

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Was der arme Huhn inzwischen öffentlich von sich geben muss …

Und der ADFC NRW hat dann auch noch ein paar Forderungen:

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Corona: ADFC NRW fordert Sofort-Maßnahmen für Radverkehr

Düsseldorf, den 03.04.2020

09/2020

Während in Berlin ein Pilotprojekt für temporäre Radfahrstreifen in der Corona-Krise gestartet ist, fehlt in Düsseldorf, Köln und vielen anderen NRW-Städten bislang der Mut, notwendigem Radverkehr mehr Priorität einzuräumen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in NRW fordert deshalb die Umsetzung von Sofort-Maßnahmen für den Radverkehr, damit noch mehr Menschen ohne großes Infektionsrisiko das Fahrrad in den Innenstädten nutzen können.

Durch die Corona-Pandemie hat sich der Alltag in unseren Städten und auch die Mobilität drastisch verändert. Die Debatte um die Verteilung von Platz auf der Straße ist akuter denn je und der Gebrauch des Fahrrads wird sowohl von Politikern als auch von Medizinern empfohlen. „Die Städte in NRW müssen jetzt schnell reagieren und den Menschen, die zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs sind, mehr Platz zur Verfügung stellen, damit sich alle mit ausreichendem Abstand bewegen und begegnen können“, sagt Thomas Semmelmann, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in NRW.

Mit Blick auf das geplante Fahrradgesetz für NRW fordert der ADFC NRW, dass die Landespolitik die Kommunen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs gezielter und umfassender unterstützt als bisher. Als temporäres Angebot könnten folgende Maßnahmen ergriffen werden:

Umwidmung von KFZ-Fahrspuren in geschützte Radfahrstreifen (Protected bike lanes)
Abstand halten ist wichtig! Auf zentralen innerstädtischen Strecken ist es allerdings kaum möglich, dass sich Menschen, die Radfahren und Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand begegnen können. Weil der Anteil des KFZ-Verkehrs rückläufig ist, sollte auf mehrspurigen Verkehrsachsen temporäre und mit Pöllern gesicherte Radfahrstreifen (Pop-up Bike Lanes) installiert werden, so dass der Radverkehr statt auf schmalen Radwegen in unmittelbarer Nähe zum Fußverkehr geschützt auf der Fahrbahn fließen kann. Dies wurde unter anderem in Berlin und Hamburg bereits innerhalb weniger Tage auf zentralen Achsen umgesetzt. Auch Mönchengladbach hat die Tage reagiert und Ähnliches installiert.

Ampeln auf Rad- und Fußverkehr einstellen
An vielen Ampeln erleben Menschen gerade, dass sie zu Fuß oder auf dem Rad auf engem Raum an Ampeln warten müssen, obwohl kaum Autos unterwegs sind. Einige Städte haben in den vergangenen Jahren viel in eine moderne Verkehrssteuerung investiert. Dort, wo es technisch möglich ist, sollten Wartezeiten an Überquerungen reduziert werden und die „Grüne Welle“ sollte auf den Radverkehr eingestellt werden. Bettelampeln per Knopfdruck müssten schon aus hygienischen Gründen umgestellt werden, wie es beispielsweise in Sydney aktuell umgesetzt wird.

Anordnung von Tempo 30
Leere Straße animieren zum Rasen. Die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit kann die Zahl der Unfälle unmittelbar und effektiv senken. So wird das Personal in Polizei und Behörden, aber auch Rettungsdienste und Krankenhäuser entlastet.

Kostenfreie Leihräder als ÖPNV-Alternative
Die Leihradsysteme (z.B. Nextbike und Call-a-Bike) könnten wie im Ruhrgebiet und vielen anderen Städten während der Corona-Krise jeweils 30 Minuten pro Fahrt kostenfrei angeboten werden, um eine Alternative zum ÖPNV zu schaffen. Ebenso können die Leihräder als Ersatz für ausgefallene Privaträder dienen.

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Ich weiß es ja nicht, welchen Sinn es hat, einzelne Spuren in eigene Flurstücke umzuwandeln un diese dann mit einer Widmungsbeschränkung zu versehen. Das bereitet dann richtig viel Spaß, wenn man die Straße mal umbaut, neu aufteilt etc. Vielleicht ist aber auch „nur“ eine Verkehrsbeschränkung gemeint. Das sind völlig andere Rechtsgebiete und das hat völlig unterschiedliche Bedeutungen und bedingt andere Abläufe. So eine Widmungsbeschränkung muss durch den Stadtrat und öffentlich bekannt gemacht werden, meine ich. Das kommt halt raus, wenn man sein Wissen aus dem Bauch und Twitter hat und Fachleute als Menschen ansieht, die tote Kinder schulterzuckend in Kauf nehmen.

Jahrlang hat – auch der einmal unter gleichem Namen existierende Verband ADFC sich gegen Pöller ausgesprochen, wegen der Unfallgefahren. Inzwischen dürfen die, wenn sie den Verkehr regeln und lenken nicht mehr einfach aufgestellt werden und müssen angeordnet werden – somit sind sie dann verwaltungsgerichtlich anfechtbar. Nun will der ADFC (neu), dass wie früher einfach mal die Straßen zugepollert werden. Die einzige Erklärung ist, dass sich der ADFC vollkommen im Likerausch befindet und in seiner Rolle des Zertifizieres von Symbolpolitik aufgeht.

Seit Jahren setze ich mich wie andere dafür ein, dass Straßenverkehrsbehörden sich an Gesetz und Recht halten und das gibt nicht her, einfach mal Tempo 30 anzuordenen, weil weniger unterwegs sind. Das mag plausibel klingen, wenn man auf dem Klo durch Facebook und Twitter scrollt, aber der langfristige Schaden ist groß, wenn man die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards für unnötig erachtet. Ja, mich macht das ein wenig wütend, wenn immer wieder für eine vorgeblich gute Sache der Rechtsstaat, nach dem man sonst immer gerne ruft („Höhere Bußgelder“ z. B.), beiseite geschoben wird, weil man ja gefühlt (aber nicht mal theoretisch belegt) das richtige fordert.

Bei den Pollern hier in BS ist zu sagen, dass in den letzten ca 20 Jahre viele in den „Tarnfarben“ dunkelgrün und grau aufgestellt worden sind und keine Rückstrahlelemente haben.

Da wo normale rot-weiße Klapp- und Steckpoller sind, blättert die Rückstrahlfläche häufig ab und wird nicht erneuert. Diese beweglichen Poller werden von berechtigten Dienstleistern, die einfahren dürfen nicht wieder aufgestellt oder auf der Ladefläche vergessen und nützen dann gar nichts.

Häufig sieht man hier auch graue Stein- und Betonpoller, oder Rundhölzer mit und ohne Anstrich oder Reflektoren. Wo es möglichst billig sein soll, hat man einfach nen Baumstamm quer hingelegt.

Insgesamt hat man keine einheitlichen Sperren eingebaut, unterschiedliche Abstände, manchmal kommt man mit dem Radanhänger nicht durch.
Auf berechtigte Kritik von Privatpersonen reagiert die Stadtverwaltung im Regelfall ablehnend bis unverschämt. Wenn man die Fahrradinteressengruppen einschaltet regt sich manchmal etwas.

Ohne Poller fahren KFZ rein und nutzen die Strecke als Schleichweg. Manchmal sinds auch einige Geocacher und andere Outdoor-Freizeitgruppen, denen der Weg zum Ziel zu weit erscheint. Auch am Badesee oder der Discgolfanlage im Park stehen durchaus mal Autos auf den Wiesen und Wegen, wenn die Poller auf sind. Das sieht auch der ADFC und rudert zurück, wie auch bei anderen Forderungen.

von daher Poller ja, aber bitte ausreichend sichtbar machen, wieder aufstellen, zeitnah reparieren.

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