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Links der Woche

Links der Woche #129

Heute gibt es eure Osterlektüre. Kurz vorher, am Gründonnerstag, hat sich der Bundesgeschäftsführer des ADFC auf Twitter noch mal Luft verschafft (siehe Tweet unten). Verständlich, Radverkehr muss inklusiv gedacht werden und nicht für eine kleine Gruppe Hardcore-Radler, Intensiv-Radler, Vehicular Cyclists oder wie auch immer man uns, denn ich würde mich dazuzählen, nennen möchte.

Denkt der neue Verkehrsminister Andreas Scheuer vielleicht auch in diese Richtung? Er will eine „Stabsstelle Radverkehr“ in seinem Ministerium einrichten. Schade aber, dass sich das, was er der Rheinischen Post sagt, eher danach anhört, als wolle er Unfallschäden abmildern statt Unfälle mit Radfahrern gänzlich vermeiden. In Helsinki und der Schweiz ist man derweil schon ein, zwei Schritte weiter.

Macht euch schöne Ostern. Und wenn die Tage zu lang werden, hier gibt es noch viele Texte mehr…

Widersinniger Trend zum SUV (WDR)

Vorteil Deutsche Bahn (Süddeutsche Zeitung)

Flugtaxen zwischen Sci-Fi und Zukunft (taz)

Tempo 30 wird zur Norm (Neue Zürcher Zeitung)

Das Rad in seiner reinsten Form (Spiegel Online)

Waldbrand durch Mountainbiker verursacht (ORF)

Freilaufende Kinder in Utah (Frankfurter Allgemeine)

Müssen Radfahrer immer ausweichen? (ZEIT Online)

Ein bisschen was Elektrisches geht immer (Süddeutsche Zeitung)

Verleih-Konzepte dürfen auch mal scheitern (Süddeutsche Zeitung)

Ein lächerliches Förderwerkzeug für Reiche (Frankfurter Allgemeine)

NRW-Justizminister will Rasern Autos wegnehmen und versteigern (WAZ)

Verkehrsminister Scheuer strebt null Verkehrstote an (Süddeutsche Zeitung)

Umweltverbände fordern Maßnahmen gegen Motorradlärm (Deutschlandfunk)

Berliner Fahrradschau 2018 – Familientreffen mit Beigeschmack (Radelmädchen)

„Blaue Plakette wäre Einstiegsdroge in generelle Fahrverbote“ (Rheinische Post)

Helsinki will jedem die Möglichkeit geben, bequem ohne Auto zu leben (Süddeutsche Zeitung)




Tweets







11 Antworten auf „Links der Woche #129“

Herrn Stork stünde es als als Bundesgeschäftsführer gut zu Gesicht, sich ein wenig mit der Polemik gegen einen Teil der Mitglieder des Klubs, den er in Gänze zu vertreten meint, zurückhalten.
Die auch von ihm als „strong and fearless“, „Intensivradler“ und wie immer sonst diskreditieren Menschen stellen einen Großteil der (freiwillig!) Aktiven im ADFC vor Ort.

Was für eine irrelevante Twitter-Debatte habe ich da nicht mitbekommen, auf die sich Stork bezieht und was ist nun falsch daran, wenn manche Radfahrer*innen nicht nur Schrittempo fahren wollen?

Stork verbrät ja letztlich auch nur das, was z.B. beim AGFS als Rolle fürs Radfahren vorgesehen ist:
nicht „Verkehr“, sondern ‚Nahmobilität‘ ist jetzt der Sektor unter dem sich die ‚Intensivradler‘ zu subsumieren haben. Zusammen mit Rollatoren, Rollstühlen und Fußgehenden.
Wörtlich.
http://www.agfs-nrw.de/fachthemen/nahmobilitaet-20-und-der-aktionsplan.html
(ruhig mal genau auf das diesbezügliche ‚wording‘ achten).
‚Nahmobilität 2.0‘ und der sich anbahnende ‚Automobilismus 4.0‘ mit seinen ‚autonomen Mobilitätsdienstleistungen‘ passen in diesen Konzeptionen verblüffend gut zusammen.

Vielleicht ist die neueste Diffamierungskampagne von Stork aber auch etwas aus der Not geboren und eher präventiv, weil langsam zutage tritt, was bei den Forderungen nach den endlich viiiieel besseren Radwegen real herauskommt?
1-2 Hochglanzprojekte (Berlin K.Marx Allee) und ansonsten zu schmale verlangsamende Pollerstreifchen mit Benutzungspflicht (Hasenheide, …)
https://rad-spannerei.de/2018/03/26/berlin-baut-angemessen-breite-radwege

Ansonsten:
Ob da auf Twitter eine „Debatte“ stattfindet wage ich zu bezweifeln, da diese 140 Zeichen doch nicht mal ansatzweise eine Debatte zulassen, sondern komplexe Sachverhalte zur populistischen Verschlagwortung downgraden.

Ich habe nicht ohne Grund „Twitter-Debatte“ geschrieben. :-)

Wobei die AGFS nicht die Radfahrer*innen, die maßgeblich den Radverkehrsanteil zusammenradeln, immer wieder als Radfahrer*innen bezeichnet, die keine Lobby brauchen, die falsche Bedürfnisse haben, die angeblich allen anderen das Radfahren verleiden wollen usw. usf.

Bei Stork weiß ich schlicht nicht, was der eigentlich wirklich erreichen will. Was der von sich gibt, ist für mich nicht konsistent. Das liegt vielleicht auch daran, dass er lieber bei Twitter postet, um sich an ein bestimmtes Millieu anzubiedern, das eher seinem Feindbild als seiner angeblichen Zielgruppe entspricht, als Fachartikel zu verfassen, bei dem man wissenschaftliche Quellen angeben müsste. Bei der AGFS ist die Zielsetzung hingegen viel klarer. Da wird der Stillstand halt vermarktet als Fortschritt und Fördergelder verteilt und sich „vernetzt“.

Boah Leute, jetzt gehen sich Radler untereinander schon an den Hals???
Wenn ich mit meiner 76jährigen Mutter ne Rad-Runde übers Land drehe, bin ich dann auch ’n Wackelradler?
Was bin ich dann, wenn ich am nächsten Morgen wieder mit mehr Tritt zur Arbeit eile? Dieselbe! Dasselbe Fahrrad.

Daher erwarte ich von einem Bundes- Geschäfteführer auch etwas mehr Selbstreflektion.
Vielleicht reift dann bei die Erkenntnis, dass Radverkehr und Radtourismus nicht deckungsgleich sind.
Augenscheinlich vertritt Herr Stork eher die Touristen, dennoch sollte er dringend aufhören, Pendler zu diskreditieren und ihre durchaus berechtigten Bedürfnisse der Lächerlichkeit preisgegeben zu wollen.

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