Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) startet eine neue Kampagne, um Fahrzeuginsassen sowie Radfahrerinnen und Radfahrer für Gefahren des „Dooring“ zu sensibilisieren. Denn wer beim Aussteigen aus dem Fahrzeug den Blick in die Spiegel oder über die Schulter vergisst, gefährdet damit von hinten herannahende Radfahrer. Sie können oft nicht mehr bremsen, prallen gegen die Tür und erleiden schwere Stürze, häufig mit Kopf- oder Beinverletzungen, die tödlich sein können. Besonderes Aufsehen erregte 2017 ein Fall in Berlin, als ein Radfahrer gegen die Tür eines im absoluten Halteverbot stehenden SUVs eines Diplomaten krachte und dabei ums Leben kam.

Dass die Gefahren unterschätzt werden und auch Beifahrer sensibilisiert werden müssen, zeigt ein Unfall aus Osnabrück. 2016 wurde eine 24-jährige Radfahrerin schwer verletzt, als sie (auf dem noch alten) Radweg am Heger-Tor-Wall an einem geparkten Mercedes vorbeifahren wollte und von einer sich öffnenden Beifahrertür zu Fall gebracht wurde.

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Rahmen der DVR-Kampagne zeigt: Rund jeder zehnte Auto Fahrende (13 Prozent) denkt beim Aussteigen aus dem Fahrzeug selten oder nie daran, dass sich Radfahrer von hinten nähern könnten. „Schwere Verkehrsunfälle passieren so selbst bei 0 km/h. Die Kampagne soll daher vor allem Fahrzeuginsassen, aber auch Rad Fahrende auf die Gefahr von Dooring-Unfällen aufmerksam machen und praktische Tipps liefern“, so DVR-Präsident Prof. Dr. Walter Eichendorf.

Aber auch Kommunen sollten nicht aus der Verantwortung genommen werden. Jeder muss seinen Teil beitragen, damit Radfahrer sicher durch den Verkehr kommen.

Im Mittelpunkt der DVR-Kampagne steht ein kurzer Film.