Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) hat seinen Stimmungsbarometer für das 1. Halbjahr 2017 veröffentlicht. Demnach wurden zwischen Januar und Juni 2017 ca. 2,64 Mio. Fahrräder und E-Bikes verkauft, was einem Rückgang von 2,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. Ähnlich sieht es bei der Produktion aus. In den ersten sechs Monaten wurden 1,44 Mio. Fahrzeuge produziert, was einem Rückgang von 2,7 Prozent entspricht.

Als Gründe nennt der ZIV:

  • Hoher Fahrradbestand in Deutschland von aktuell ca. 73 Millionen Fahrzeugen. Über 80 % der Haushalte in Deutschland besitzen mindestens ein Fahrrad.
  • Fahrräder werden immer hochwertiger und demnach haltbarer. Die Bereitschaft der Konsumenten für Qualität mehr Geld auszugeben steigt seit Jahren.
  • Der Verkauf von Fahrzeugen im Preiseinstiegsbereich durch SB-Warenhäuser, Discounter und den LEH ist rückläufig.
  • Ein E-Bike-Kauf ersetzt häufiger den Kauf eines klassischen Fahrrades. Inzwischen gibt es Modelle, die optisch und auch vom Gewicht her nur noch schwer von einem Fahrrad zu unterscheiden sind. Dieser Trend wird sich in Zukunft durch alle Modellgruppen fortsetzen.
  • Die Bevölkerung wird immer älter. Auch wenn der Trend zu immer weniger Kindern pro Kopf gestoppt scheint, so macht sich der Rückgang der Geburtenraten in den letzten Jahrzehnten bemerkbar.

Die deutsche Fahrradindustrie blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft. Denn nach Einschätzung des ZIV kann insbesondere aufgrund des steigenden E-Bike-Absatzes davon ausgegangen werden, dass sich der Umsatz insgesamt leicht gesteigert hat.

Der Trend zum Radfahren ist ungebrochen.

Im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl (Das planen die Parteien…) wünscht sich der ZIV aber, dass der Radverkehr noch stärker in den Fokus rückt und die Förderung ausgebaut wird. Fahrrad und E-Bike böten eine flexible, ökologische und vor allem wichtige Form der individuellen Alltagsmobilität der nächsten Jahrzehnte. Die Politik habe dies zwar längst durch alle Fraktionen hindurch erkannt und fördere den Radverkehr auch zunehmend. Aber nur wenn man ihm auch von Seiten der Politik auch konkret den Platz eingeräume, den er aufgrund seiner Bedeutung für eine nachhaltige Mobilität verdiene, könnten die großen Potentiale ausgeschöpft werden.

Fazit: E-Bikes boomen, das klassische Fahrrad schwächelt aktuell ein wenig (wobei es aber auch extrem weit verbreitet ist) und die Bundespolitik kann und sollte noch mehr tun, damit es mit dem idealen Fortbewegungsmittel in den vom Autoverkehr chronisch überlasteten Innenstädten entspannter voran geht.

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