Die Abstellanlagen für Fahrräder haben die Osnabrückerinnen und Osnabrücker beim letzten ADFC-Fahrradklima-Test mit einer 3,8 bewertet – was noch zu den besseren Ergebnissen gehörte. Gut ist das aber natürlich nicht. Und punktuell sieht es noch trüber aus. Zum Beispiel am Altstadtbahnhof, einem wichtigen Umsteigepunkt für Pendler. Hier gibt es bisher zwar viele Fahrradbügel, aber an allen sind die Fahrräder Wind und Wetter ausgesetzt.

Das soll sich mit zwei vollautomatischen Fahrrad-Parktürmen ändern. Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung „innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland“ steht die Stadt kurz vor einer Finanzspritze in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro. „Eine Bewilligung des Vorhabens erfolgt voraussichtlich am Ende des 2. Quartals 2021“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagfraktion.

Anfang des Jahres hatte die Stadt die Nutzer*innen des Altstadtbahnhofs online nach dem Bedarf befragt. Demnach wünschen sich 60 Prozent der Rad-Bahn-Pendler*innen (219 Personen) einen „gesicherten Abstellplatz am Altstadtbahnhof“. Rund die Hälfte davon hält einen Tarif von 90 Cent am Tag (9 Euro im Monat, 90 Euro Jahr) für passend, die andere Hälfte wünscht sich einen niedrigeren Tarif.

Grundsätzlich zieht die Stadt das Fazit, dass die hohe Beteiligung (insgesamt 565 Teilnehmende in vier Wochen) zeige, „dass das Thema ‚Sicheres Radparken‘ die Menschen interessiert“. So sehen denn auch 42 Prozent der Befragten einen hohen Bedarf an gesicherten Abstellplätzen am Altstadtbahnhof (mehr als 220 Abstellplätze). Weitere 25 Prozent sehen einen Bedarf von 160 bis 220 Abstellplätzen.

Es scheint also nur noch eine Frage der Zeit, bis die 100-prozentige Förderung der beiden Parktürme beschlossen wird. Dann dauert es aber auch noch ein bisschen. Zunächst müssen die kleinen Fahrradparkhäuser ausgeschrieben und dann natürlich gebaut werden. Mit einer Eröffnung rechnet die Stadt Ende 2022.

So könnte das Fahrradparkhaus aussehen.