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Osnabrück Radverkehr

Verkehrsunfallstatistik 2015

Die Polizeiinspektion Osnabrück hat die Unfallstatistik für das vergangene Jahr (2015) herausgegeben. Den Teil aus der Pressemitteilung zu Fahrradunfällen in Stadt und Landkreis zitiere ich mal:

Erfreulicherweise ist die Zahl der Fahrradunfälle zurückgegangen. Wurden im Jahr 2014 noch 803 Unfälle mit Radlerbeteiligung registriert, so waren es im letzten Jahr 778, ein Rückgang von 3,1 Prozent. Ein Rückgang gibt es auch bei den tödlichen Fahrradunfällen. Nachdem 2014 sieben Fahrradfahrer tödlich verunglückten, davon zwei Radler in Osnabrück, am Johannistorwall, kamen im letzten Jahr im Bereich der Polizeiinspektion Osnabrück drei Radfahrer ums Leben. Nach den beiden tödlichen Unfällen im betroffenen Kreuzungsbereich, am Johannistorwall, wurden durch die Verkehrsbehörde verschiedene Änderungen vorgenommen, um den Konfliktpunkt zu entschärfen. Michael Maßmann, Leiter der Polizeiinspektion, sagt dazu: „Fahrradfahrer gehören zu den schwächeren Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone. Insofern ist es sinnvoll, sie bei der Verkehrsteilnahme an bestimmten gefährdeten Stellen besonders zu schützen. Das kann oftmals durch bauliche Maßnahmen erreicht werden, über die in den Verkehrskommissionen beraten wird.“ In 37% der Fahrradunfälle werden die Ursachen durch die Radler selbst gesetzt. Die Osnabrücker Polizei hat deshalb in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei immer wieder besondere Fahrradkontrollen durchgeführt. Im Rahmen dieser Kontrollen wurden bis Ende März vergangenen Jahres 277 Fahrradfahrer verwarnt, teilweise auch mündlich. Geahndet wurden unter anderem Beleuchtungsmängel, Rotlichtverstöße, Telefonieren mit dem Handy und das Fahren entgegen der Fahrtrichtung. Die Beamten stoppten allerdings auch 170 Kraftfahrzeugführer, die verschiedene Verkehrsvorschriften nicht beachteten.

Für die Stadt Osnabrück sieht es etwas anders aus. Hier ist die Anzahl der Fahrradunfälle zum dritten Mal infolge gestiegen. Auch die Zahl der Schwerverletzten steigt leicht von 50 auf 52, die der Leichtverletzten von 253 auf 259. Und ein Toter ist immer noch einer zu viel.

Grafik: PI Osnabrück – Sachgebiet Verkehr
Grafik: PI Osnabrück – Sachgebiet Verkehr

In 37 Prozent liegt die Hauptunfallursache beim Radfahrer

Das mit der Verursachung ist ja immer so eine Sache. Wenn 37 Prozent der Fahrradunfälle durch Radfahrer (Hauptunfallursache beim Radfahrer) verursacht werden, heißt das im Umkehrschluss, dass 63 Prozent von Autofahrern verursacht werden. Da wäre es doch eigentlich logisch, wenn man bei dieser Gruppe „besondere“ Kontrollen durchführt. Und das Verhältnis ist in Wahrheit wohl auch noch etwas größer, denn in den 37 Prozent stecken auch Alleinunfälle von Radfahrern, die man eigentlich rausrechnen müsste, um das Verhältnis der Unfallschuld zwischen Radfahrern zu Autofahrern zu bemessen.

Was aber macht die Polizei Osnabrück? Sie richtet sich weiter an die potenziellen Opfer: „Insbesondere sollen die schwächeren Verkehrsteilnehmer angesprochen werden, weil der dieser Gruppe zuzurechnende Personenkreis hinsichtlich der Unfallfolgen den größten Gefahren ausgesetzt ist.“ Die folgenden Maßnahmen hören sich dann in der Summe an, als sollten Radfahrer und Fußgänger mal ordentlich aufpassen, damit die Autofahrer ihre Fehler weiterhin begehen können:

Wie bereits weiter vorne ausgeführt, kommt es gerade bei diesen Gruppenangehörigen, die oftmals als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs sind, auf deren Erkennbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer an. Eine besondere Rolle spielt die Erkennbarkeit bei Dunkelheit und Dämmerung. Aber auch bei Tageslicht ist Auffälligkeit ein wichtiger Faktor. Neben heller, gut wahrnehmbarer auffälliger Kleidung wird geraten, Kleidungsstücke mit Signalwirkung bzw. reflektierenden Einarbeitungen zu tragen. Reflektionen an beweglichen Körperteilen werden bei Dunkelheit eher wahrgenommen, vor allem im Beinbereich, weil der Lichtkegel der Fahrzeugbeleuchtung nach unten gerichtet ist und dorthin besser ausleuchtet. Daneben wird Radfahrern empfohlen einen Fahrradhelm zu tragen, der einen zusätzlichen Schutz bewirkt.

Die konkreten Präventionsmaßnahmen der Polizei richten sich denn auch ausschließlich an die meist gefährdeten Opfergruppen: Schulanfangsaktionen, Präventionsmobil und Fahrradprüfungen für Kinder im Grundschulalter sowie „Vorträge in Seniorenforen“ werden genannt. Präventionsmaßnahmen bei den Hauptunfallverursachern? Fehlanzeige.

2,5 Prozent Rotlichtverstöße

Interessant auch die Auflistung der sanktionierten Verstöße von Radfahrern. In nur 2,5 Prozent der Fälle war es ein Rotlichtverstoß. Schwer vorstellbar, wo Radfahrer doch dauernd über Rot fahren… ;-) Und was ist eigentlich ein „sonstiges Fehlverhalten“? „Ungenügender Sicherheitsabstand“ lässt mich beim Lesen bitter schmunzeln, wenn ich daran denke, wie oft und ob das überhaupt mal bei Autofahrern sanktioniert wird, wo es deutlich gefährlicher ist und vermutlich viel häufiger vorkommt.

  • 121 mal sonstiges Fehlverhalten (nicht näher definiert)
  • 78 mal Benutzung der falschen Fahrbahn und falscher Straßenteile (Gehwege)
  • 33 mal ungenügender Sicherheitsabstand
  • 33 mal Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr
  • 34 mal Vorfahrt nicht beachtet
  • 21 mal nicht angepasste Geschwindigkeit
  • 18 mal Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot
  • 17 mal Fehler beim Abbiegen
  • 9 mal Rotlicht missachtet

Natürlich richte auch ich mein Schlusswort an die Radfahrer in Osnabrück und empfehle, achtsam zu sein. Noch achtsamer aber sollten bitte die Autofahrer sein.

Hier mal eine Karte mit Fahrradunfällen, die die Polizei seit Anfang 2015 mit Pressemitteilungen veröffentlicht hat.

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3 Antworten auf „Verkehrsunfallstatistik 2015“

Mensch Daniel, so ein Schulkind hat noch Respekt vor einem Polizisten, ein 22jähriger mit einem Auto mit PS wie ein Schulbus macht nur unnötig Stress und könnte gefährlich werden …

„- 21 mal nicht angepasste Geschwindigkeit“

Ich hoffe ja mal, dass ich dabei falsch liege, aber für mich liest sich das schon ein wenig, als wären die Radfahrer gleichzeitig zu schnell und zu langsam.

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