Schon wieder Sonntag. Und es gibt eine ausführliche Lektüre. Einen sehr wichtigen Beitrag gab es diese Woche bei Zapp. Bitte unbedingt schauen, wie Verkehrsopfer von Polizei und Medien immer wieder in die aktive Rolle gedrängt werden. Nachdem seine Pläne für eine Abwrackprämie kürzlich gescheitert sind, macht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder einen neuen Vorstoß. Die Lösung könne „auch etwas ganz anderes sein als das Modell Prämie“. Ich sag ja, das bedingungsloses Grundauto kommt. Bald könnt ihr euch nicht mehr gegen ein eigenes Auto wehren.
Weil das Verkehrsministerium zum Autoministerium verkommen ist, wandelt sich das Umweltministerium langsam zum Mobilitätsministerium und startet mit #mobilwandel2035 einen neuen Zukunftswettbewerb für nachhaltige Mobilität. Höchst interessant auch, was ein Autohändler beim Spiegel zu sagen hat. Und sorry für den Springer-Link, aber das Interview ist wirklich gut (nicht wegen Springer). Viel Spaß bei der Lektüre. Und wem das Angebot von it started with a fight etwas wert ist, kann gerne etwas in die digitale Kaffeekasse werfen.
Halbe Milliarde Euro Wahlgeschenk (taz)
Londons Verkehrsrevolution (ZEIT Online)
Im Ausnahmefall Mord (Süddeutsche Zeitung)
Paris: Fahrrad-Boom durch Corona (Weltspiegel)
Hoffnung für Autokonzerne (Süddeutsche Zeitung)
Polizeimeldungen: Schuldlose Autofahrer? (Zapp)
Pkw-Maut: Kein Blick zurück (Süddeutsche Zeitung)
Die Schattenseite des Booms (Süddeutsche Zeitung)
Bundesverkehrsminister gegen Bundesrat (kontrovers)
Chaos auf dem Radweg (Zur Sache Baden-Württemberg)
Ein Wettbewerb der besten Mobilitätsideen (Tagesspiegel)
Städte in Not: Die Auswirkungen der Automobil-Krise (plusminus)
Die Zahl der Autos in Deutschland steigt weiter (Süddeutsche Zeitung)
„Die Mobilität ist in Deutschland zu sehr auf das Auto ausgerichtet“ (Spiegel)
Ein Jahr Elektro-Scooter: Gehasst und unverzichtbar (Deutschlandfunk Kultur)
Radverkehr wird gestärkt – Ministerium legt Eckpunkte für Gesetz vor (RP Online)
Gescheiterte Pkw-Maut hat inzwischen 76,7 Millionen Euro gekostet (Handelsblatt)
„Kinder haben nur einen Bruchteil des Raumes, den wir Autos zugestehen“ (Welt)
Drängeln, hupen, rasen – Verkehr wird als immer aggressiver empfunden (ZEIT Online)
Geheimgutachten taxierte Schaden für Steuerzahler auf 760 Millionen Euro (ZEIT Online)
Fahrradgate bei der sächsischen Polizei: Ermittlungen gegen eine Vielzahl von Beamten (Spiegel)
E-Bike und Co.: Die wenigsten kümmern sich um die Pedale – Warum das ein Fehler ist (ingenieur.de)
Tweets
Weil die neue Bußgeldverordnung eventuell noch nicht bekannt ist, gibt es nur eine Verwarnung. Als ob das Gehwegparken vorher erlaubt gewesen wäre… #KavaliersdeliktPoweredByOrdnungsamt pic.twitter.com/Oj8srZtUZa
— Daniel (@SecretCoAuthor) June 16, 2020
Die gescheiterte @CSU-Maut hat inzwischen 76,7 Millionen Euro gekostet. Damit hätte man 76.700 Lastenräder mit jeweils 1.000 Euro fördern und somit den Straßenverkehr entlasten und Menschen aus dem Stau holen können…
— Daniel (@SecretCoAuthor) June 18, 2020
Während Menschen, die sich ohnehin Autos leisten können, auch noch #Abwrackprämien bekommen, verweigert die niedersächsische Landesregierung Jugendlichen das 365-Euro-Ticket für den ÖPNV. Mobilität in Deutschland hat so viele Schieflagen,dass man sie bald nicht mehr zählen kann.
— Daniel (@SecretCoAuthor) June 18, 2020
München bekommt #Nachbarschaftsstraßen. Verkehrsreduzierte oder temporär autofreie Bereiche. Damit die Menschen mehr Raum für Spiel, Spaß und zum Verweilen in #Coronazeiten haben. pic.twitter.com/w4vO2aZBns
— GreenCityeV (@GreenCityeV) June 17, 2020
Was für ein Arsch! pic.twitter.com/gcvoj0TIyl
— Daniel (@SecretCoAuthor) June 17, 2020
Der Vorsitzende der @fdp_osnabrueck zum Antrag der @SPD_Osnabrueck, den Straßenraum zugunsten des Radverkehrs aufzuteilen. Zum Glück sitzt er nicht im Stadtrat. "Seine" Fraktion hat da inzwischen viel mehr verstanden. https://t.co/fdrlziUlfT pic.twitter.com/P8o6o0UinD
— Daniel (@SecretCoAuthor) June 15, 2020
.@StefanBratzel bei WELT: "Plug-in-Hybride, die vielfach als Dienstwagen verkauft werden, leisten häufig keinen positiven Klimabeitrag aufgrund der großen Diskrepanz zwischen den Norm- und Realverbräuchen." Bei vielen liegt das Ladekabel nach Monaten noch verpackt im Kofferraum.
— Daniel (@SecretCoAuthor) June 15, 2020
Nur Verrückte unterwegs in Fahrradnation Niederlande… pic.twitter.com/uIcyeFclil
— Daniel (@SecretCoAuthor) June 18, 2020
Entspanntes Fahrradfahren. Dank eigener Infrastruktur. pic.twitter.com/m93KDwVaiU
— Daniel (@SecretCoAuthor) June 20, 2020
3 Antworten auf „Links der Woche #240“
# „verrückte Niederländer „……
Die Holländer haben bezogen auf die geleisteten Kilometer mehr tote Radfahrer als Deutschland. Und das es „nur so wenige “ sind ; 2017 206 Tote ; ist nur der Tatsache geschuldet das in den Niederlanden viele Radwege besser vom Autoverkehr getrennt sind . Und da ich dort in den vergangenen 15 Jahren durchschnittlich einmal im Monat mit dem Fahrrad unterwegs war und die Fahrweise der niederländischen Radfahrer kenne , bin ich verwundert das es nur „so wenig “ Tote gab…..
Zum ZAPP-Video: Die Aussage zu Beginn „Voriges Jahr sind so viele Radfahrer wie nie tödlich verunglückt: 445“ ist natürlich Unsinn und der üblichen Panikmache in den Medien geschuldet. Ohne geht es beim Thema Radfahren offenbar nicht. Wenn man in der Verkehrunfallstatistik mal ein paar Jahre zurückgeht, sieht man, daß früher jährlich über 1000 Radfahrer ums Leben kamen.
Davon abgesehen finde ich den Bericht gut. Schön, daß dieser Skandal mal im Fernsehen thematisiert wird. Wer den Polizeipressesprecher seiner Stadt schon einmal auf solch tendenziöse Meldungen angesprochen hat, weiß daß die völlig merkbefreit sind.
Ach die Hannelore-Kohl-Stiftung mal wieder. Helmpropaganda haben die auch früher schon betrieben. Bis dann mal jemand aus deren Geschäftsbericht ein Diagramm ausgegraben hat, das aufschlüsselt, wie sich die behandlungsbedürftigen ZNS-Schädigungen verteilen. Nach Krankheiten waren „PKW“ mit 26 % und „Freizeit“ mit 14 % die größten Tortenstücke. Radfahrer mußte man mit Fußgängern zusammenfassen, um den Anteil darstellen zu können: 1 %.
Wann also kommt endlich die Kampagne für Helme im Auto, beim Treppensteigen, Joggen oder Frühjahrsputz?
Meines Wissens haben sie in den nachfolgenden Geschäftsberichten das Diagramm weggelassen. Immerhin war es ihnen wohl zu peinlich.
https://fahrrad-helm.de/KURATORIUMZNS/