Bild: www.adfc.de

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Eigentlich, so denkt man als Radfahrerin oder Radfahrer, müsste doch auch der ADFC die Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!“ doch unterstützen. Immerhin ist er der große Fahrrad-Verein Deutschlands. Da müsste es doch auch in seinem Interesse sein, dass Autofahrerinnen und Autofahrer endlich durch angemessene Bußgelder vom Falschparken abgeschreckt werden.

So einfach ist es aber nicht. Der Bundesverband hat in einem internen Newsletter klar Stellung bezogen und wird die Petition nicht unterstützen. Dieser Meinung schließen sich auf Nachfrage allerdings nur zwei drei Landesverbände an – Bayern, Brandenburg und Niedersachsen. (Niedersachsen schließt sich nach einer Vorstandssitzung vom 20.12.2014 der Position des Bundesverbandes an. Begründung hier.)

Andere Landesverbände zeigen sich verhaltener und wollen die Petition lediglich nicht öffentlich unterstützen. Dazu gehören Niedersachsen, Berlin, Rheinland-Pfalz und das Saarland. In den beiden letztgenannten Flächenländern sei das Falschparken nicht das drängendste Problem, daher beschäftige man sich nicht so sehr mit der Petition. Der Landesverband von Schleswig-Holstein hat sowohl die Petition als auch die Gegenposition des Bundesverbandes unkommentiert an die Mitglieder geschickt. Man geht aber von einer breiten Unterstützung unter den Mitgliedern aus. Der ADFC in Nordrhein-Westfalen weist zumindest online auf die Petition hin.

Wir wünschen der Petition einen guten Erfolg.

Die Landesverbände von Sachsen, Hamburg und Hessen drücken hingegen offen ihre Unterstützung aus und werben auch für die Petition. Aus Hessen heißt es, man sei von den Argumenten des ADFC Bundesverbandes nicht überzeugt, unterstütze die Petition von Beginn an werde dies auch weiterhin tun. „Wir wünschen der Petition einen guten Erfolg.“

Der ADFC Hamburg fordert „mehr Kontrollen durch die Polizei und unterstützt die Ziele und Inhalte einer aktuellen Petition mit dem Titel ‚Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!‘“

Aus Sachsen heißt es kurz und knapp: „Deshalb: Jetzt Petition an den Bundesverkehrsminister unterzeichnen!“

In den großen Städten herrscht zum Teil auch eine andere Meinung als im Bundesverband. Die ADFC-Stadtverbände aus München, Köln, Osnabrück, Hannover und Aachen werben offen für die Petition. Wohl auch, weil das Problem des Falschparkens hier auf den Straßen, bzw. Radwegen ein tatsächliches Problem ist und die Ehrenamtlichen täglich damit konfrontiert werden.

Für die Initiative clevere Städte ist es einerseits schade, dass DER große Lobbyverband der Radfahrerinnen und Radfahrer nicht unter den offiziellen Unterstützern ist. Andererseits ist es aber wahrscheinlich auch ziemlich egal, was ein Verband sagt, wenn die Mitglieder größtenteils anderer Meinung sind und trotzdem unterschreiben.

Interessant dazu ist auch die Meinung eines ADFC-Mitglieds aus Nordrhein-Westfalen: „Der staatstragende Bürokratenverein„.

Und auch die Critical Mass Berlin schreibt dazu: Der adfc und die Petition gegen Falschparken: Warum wir starke Forderungen brauchen

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