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Radverkehr

Perfekte Kreuzung für Radfahrer?

Aus den USA kommt ein Vorschlag, wie man eine Kreuzung für den Radverkehr sicherer machen kann – Protected Intersections For Bicyclists. Auch an der Kreuzung werden die beiden Verkehre hier konsequent voneinander entfernt, statt sie zusammenfließen zu lassen.

Eine wichtige Aufgabe kommt dabei einer halbrunden Schutzinsel zu, um die Autofahrer herumfahren müssen und dabei auf den Radverkehr aufmerksam werden (sollen). Radfahrer rücken so ins Sichtfeld der abbiegenden Autofahrer, weil sie sich im entscheidenden Moment nicht im vermeintlich toten Winkel befinden, sondern im 90-Grad-Winkel und somit durchs Beifahrerfenster zu sehen sind. Ein interessanter Vorschlag, der allerdings mit einem etwas größeren Platzangebot verbunden ist. An den eher kleinen europäischen Kreuzungen dürfte diese Variante nicht immer leicht umzusetzen sein. An mehrspurigen Ein- und Ausfallstraßen sollte es aber durchaus möglich sein – wenn man den Raum neu aufteilt.

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14 Antworten auf „Perfekte Kreuzung für Radfahrer?“

zum links abbiegen muss ich dann aber erstmal warten bis die von rechts wieder grün haben, das dauert, dann lieber einfach im fließenden verkehr auf der links abbieget Spur einreihen – schneller

„Darüber hinaus basiert die Lösung immer noch auf voneinander getrenntem Rad- und Autoverkehr. Und gerade das wollen wir ja bei uns verändern.“

Ja, wobei die komplett getrennte und mit „Spacern“ versehen Version, wie in dem Video wiederum ganz gut wäre – ABER dann muss es auch an einer Straße LÜCKENLOS und SINNVOLL durchgezogen werden:

1. Kreuzungen (wie im Video)
2. Seitenstraßen (ähnlich wie die Kreuzungen)
3. Einfahrten (?)

Ausserdem fehlt dazu absolut der Platz. In den Straßen von Osnabrück, wird das absolut nicht möglich sein. Die Stadtplaner hätten damals auch Osnabrück im Blockraster anlegen sollen, würde vieles einfacher machen.

Es lässt sich also hier nicht umsetzen und wir gehören weiterhin auf die Straße!

Ich gestehe, dass ich etwas verwirrt bin. Sind solche Konzepte jetzt gut oder schlecht? Klar passt das nicht in eine enge Infrastruktur, wie wir sie zum Beispiel in Oldenburg haben. Da ist es gut, wenn die Radler auf der Fahrbahn radeln, zumal die Qualität der Anlagen zu wünschen übrig lässt – ich praktiziere das, wo es nur geht. Aber hätten wir genug Platz, würden wir selbst dann solche Anlagen ablehnen, die in den meisten anderen Ländern als innovativ und zukunftweisend bergrüßt werden?
Ich empfinde z.B. das Radfahren in Kopenhagen als sehr angenehm, auch wenn man nicht direkt links abbiegen kann. Ist das der falsche Weg?
Ist es falsch, was die Holländer machen?
Okay, schaut man in de Zukunft – vielleicht 20 Jahre – dann wird es hoffentlich sehr sehr viel weniger Autos geben, und das Anlegen von Radverkehrsanlagen würde sich erübrigen. Wird es aber Fahrerlose Elektroautos geben, werden diese immer noch Platz beanspruchen. Wer weiß das schon?
Es fällt mir nicht leicht eine Argumentationskette zu erstellen, um unbedarften Mitbürgern einleuchtend zu erklären, dass alle Arten von Radwegen schlecht sind, wenn sie selbst schon in der fast Nachbarstadt Groningen mit dem Rad unterwegs waren.

Hallo Alex,

ich persönlich bin leider immer etwas skeptisch wie es…

1. hier (in DE oder speziell in OS) umgesetzt werden würde (Bautechnisch – zu viele Kompromisse für Autofahrer)

2. von den Autofahrern angenommen wird (es sollte das Verhältnis zwischen Rad und Autofahrer nicht verschlimmbessern)

Wenn es eine Lösung Stimmig und komplett (ich meine wirklich KOMPLETT) Anwendbar auf unsere Straßen ist dann würde ich das Super finden. Aber ganz oder halt gar nicht. Leider sind wir hier ein Autoland.

Nachtrag:

Meiner Meinung suchen wir als Radfahrer hier in Deutschland immer nach dem kleinsten Übel. Das ist für mich auch ganz klar die Fahrbahnbenutzung zusammen mit den Autos. Allerdings ist auch das nicht Perfekt und hat so einige Nachteile.

Eventuell ist diese Version besser: Denn Sie lässt sich auch ohne von der Fahrbahn getrennten Radweg umsetzen und nimmt nicht noch einmal extra Platz auf der Kreuzung ein.

Aber der große Wermutstropfen ist, dass ein Radfahrer erst einmal rechts fahren muss um dann Geradeaus zu fahren.
Daher bin ich da auch noch etwas skeptisch was die Wartebereitschaft des Autofahrers angeht und ob der Autofahrer dann nicht zu oft das Geradeausfahren als Rechtsabbiegen interpretiert – er sieht die Handzeichen vorher ja nicht. Vielen Autofahrern ist ja das Rechtsabbiegen ein Heiligtum – unkompliziert und schnell, ohne das man auf den Gegenverkehr Rücksicht nehmen muss. Leider wird meist auch nicht auf Radfahrer geachtet – rechnet ja keiner mit.

Schöne Animation. Die Lösung ist für Fußgänger allerdings nicht unbedingt einfacher / komfortabler, vor allem wenn Rad + PKW über Ampelschaltung zeitversetzt über die Kreuzung gelotst werden.
Ich persönlich würde auch immer auf der Straße zwischen (oder vor :-) ) den Autos fahren, mir ist aber auch klar, dass das in vielen Innenstädten nicht allen Radlern (alte Menschen, Kinder) zuzumuten ist.
Ich teile die Hoffnung von Alex (…dann wird es hoffentlich sehr sehr viel weniger Autos geben…), kann auch ruhig etwas schneller gehen als 20 Jahre.

Hallo,

guter Blog. Lese schon seit ner Weile mit.

Zur Sache: Das ist nichts. Nicht nur, weil es sich bei uns partout nicht umsetzen lässt. Das läuft vor allem auf extreme Separierung hinaus. Wie auch auf dem Bild zu sehen, wird man die Zwischenfläche regelmäßig als Parkraum nutzen. Das macht die Kreuzungen sehr gefährlich.

In dem Zusammenhang ein Wort zum Radverkehr in den Niederlanden: Da wird zwar viel getan, aber nicht alles ist sinnvoll. Klar, die kreuzungsfreien Radschnellwege sind spannende Projekte. Aber die aufwendige Infrastruktur der Separierung hat sich gemessen an den Unfallzahlen nicht bewährt. Die sind nämlich auf dem gleichen (anteiligen) Niveau wie bei uns. Sie müssten aber viel niedriger sein, weil der Radverkehrsanteil deutlich höher liegt. Wer selbst mal dort Rad gefahren st, weiß auch wie nervig und gefährlich die ganzen Sonderwege dort sind.

Was wir brauchen, ist m.E. Tempo 30, Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht und an einigen Kreuzungen Aufstellflächen vorne. Und das war’s. Ist kostengünstig und bringt sowohl Sicherheit als auch Geschwindigkeit.

Gruß,
Reinhold

Zwei Sachen versehe ich dabei nicht:
– Reicht der Sicherheitsgewinn, wenn ich mit dem Rad bei für den Radverkehr vorgezogener Grünphase dann ankomme, wenn die KFZ gerade Grün gekriegt haben und im Abbiegen beschleunigen? Da verbessert sich doch bei größeren Fahrzeugen rein gar nichts.
„Bei Blick in den LKW-Spiegel schien alles o.k., und dann kam da plötzlich ein Fahrrad aus dem toten Winkel“.
Bei PKW bringen die erwähnten 90° mit 6 Metern vermutlich auch nicht ausreichend viel, da mitten in der Beschleunigungsphase erst mal nach einer Reaktionszeit aufs Bremspedal gewechselt werden muss, und dann gibts auch noch den Bremsweg.
– Eine einigermassen geringe Ausbremsung des Radverkehrs nebst besserm Sicherheitsniveau liesse sich nur mit Rundum-Grün erreichen. Ansonsten müsste man immer 1-2 Rotphasen über sich ergehen lassen.
Dann allerdings ist so ein Kreuzungsdesign doch total überflüssig, weil ja ohnehin nie gleichzeitig Rad und KFZ auf der Kreuzung sind.
Oder habe ich da einen Denkfehler?

Zudem habe ich arge Zweifel ob bei steigendem Radverkehr gerade auch in der -Rush-hour (morgendlicher Pendel und Schülerverkehr) die Aufstellflächen ausreichend gross gestaltet werden können. So wie es da aussieht blockieren dann die zum Abbiegen Wartenden die Geradeausfahrer (ausser bei rundum-Grün).
In der Praxis sähe das dann so aus, dass die Rechtsabbieger auf den Gehweg ausweichen, die Fussgänger sich zu Recht beschweren und verstärkt Kontrollen gegen die Kampfradler durchgeführt werden?

O.K. realistisch betrachtet ist das mit dem Fahrradstau nicht so relevant, weil wohl mit einem stets weiter steigendem MIV zu rechnen ist (billiger Sprit, subventionierte e-Autos, Kapazitätserhöhung durch mehr Strassen/Spuren/’bessere‘ LSA-Phasen, Suburbanisierung, immer mehr Pendler, die ja zu ca, 70-80% das KFZ benutzen). Insofern wird es wohl darauf hinauslaufen, dass (wie in der neuen Münsteraner Broschüre zu LSA bereits ‚angedroht‘ ) das indirekte Abbiegen mit extrem kurzen Grünphasen (oder gar Betteltastern wie in MS) zum neuen Standard wird,
Bei dem Mist ist es mir dann auch relativ egal, wie die genaue Ausformung der Kreuzung ist (s.o.).
Rundnum-Grün mit verkürzten Grünphasen für MIV könnte aber durchaus den Radverkehr attraktivieren, zu mehr „Freude am Radfahren“, sowie weniger Verkehrstoten durch weniger toxische Luft beitragen.

Naja, perfekt ist sie sicher nicht. Kann sie wohl auch nicht sein, wenn die Verkehre weiterhin getrennt geführt werden. Die zu erwartenden Probleme sprichst du ja selber an. Wenn man sich aber in die Planer hineinversetzt, die sich in einem „falschen“ System befinden, dann ist dies aber zumindest eine richtige Lösung im „Falschen“…

Warum kehrt man die Aufteilung nicht einfach um? Da, wo jetzt Autos fahren/parken, fahren/parken die Radfahrer, und der Platz, der für die Radfahrenden gedacht ist, wird den Lkw und Pkw zugewiesen. Inklusive idiotischer Ampelschaltung und gegenseitiger Blockade. Geht nicht? Weil die viel mehr Platz brauchen. Tja, vielleicht ist das das Problem.

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