So, über die Theorie hatte ich bereits kurz berichtet. Die Praxis sieht dann heute leider so aus. Die Räumfahrzeuge sind so genau am Radweg entlang gefahren, das sieht schwer nach bewusstem Handeln aus!

Martinistr
Foto: Daniel Doerk

Update 16. Januar:

Habe gerade Antwort vom Osnabrücker ServiceBetrieb bekommen. So wie es aussieht, hat die Stadt einen Winterräumungsplan für Radwege. Und der sieht so aus:

85 km Hochbord-Radwege (meist rot eingefärbt) an zusammenhängenden Streckenabschnitten werden mit Schmalspurfahrzeugen geräumt und mit Splitt abgestreut. Kurze punktuelle Abschnitte werden nur im Rahmen der Anliegerpflicht vor städtischen Liegenschaften bedient.
Die abmarkierten Radfahrstreifen auf den Fahrbahnen werden im Rahmen der Fahrbahnstreuung mit Salz gestreut. Hier stellt sich aufgrund der Schneeverlagerung aus der Fahrspur und wegen unzureichender Verkehrseinwirkung nicht der reinigende Tauprozess ein. Es bleiben Restmengen am Rand, die wieder gefrieren. Diese Randstreifen können wegen der Nähe der parkenden Fahrzeuge nicht maschinell gefegt werden.
Die abgesetzten, eigenständigen Radwege entlang verschiedener Straßen im Außenbereich werden in der Priorität erst dann winterdienstlich betreut, wenn die Fußgängerzonen der Innenstadt sauber sind.
Leider ist es nicht möglich für alle Strecken zu jeder Zeit die personellen und technischen Kapazitäten vorzuhalten.

Das hört sich doch zumindest mal nach einem Plan an! Wenn das mit den 85 km Hochbord-Radwegen klappt, dann sieht es schon mal nicht schlecht aus. Das Problem mit den Randstreifen und den daran parkenden Autos kann ich zwar nachvollziehen, darf aber eigentlich nicht als Ausrede gelten. Denn genau da liegt das größte Problem. Der Schnee auf den Radwegen taut an und gefriert dann wieder. Und dann wird es richtig gefährlich! Zumindest die innerstädtischen Hauptverkehrsachsen sollten hier auch von den Schmalspurfahrzeugen geräumt werden. Die personellen Ressourcen müssen schon aufgebracht werden!
Dass die Strecken im Außenbereich zweitrangig bedient werden, ist bei strukturellem Personalmangel auch okay, da sich hier nicht so viel abspielt wie in der Innenstadt. Dann aber muss der Radverkehr endlich so weit akzeptiert werden, dass Radfahrer in diesen Fällen auch gefahrlos und unbedrängt die Autospur mitbenutzen können!

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