Erst kürzlich hat eine Untersuchung des SWR ergeben, dass zu enges Überholen der größte Stressfaktor für Radfahrende ist. Seit kurzem gilt auch offiziell, dass innerorts zu Radfahrenden ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss – so sagt es die neue Straßenverkehrsordnung. Da deutlich geringere Abstände aber an der Tagesordnung sind, wurde bereits der OpenBikeSensor entwickelt. Nun steht ein weiterer Abstandsmesser in den Startlöchern. Seit Sonntag kann man bei kickstarter Dashbike crowdfunden – eine Fahrrad-Dashcam mit App-Anbindung, Abstandsmesser, Sturzerkennung über einen Beschleunigungssensor, Fahrtaufzeichnung per GPS sowie Brems- und Tagfahrlicht.

Die Aufnahmen der Dashbike sollen datenschutzkonform sein. Das habe sich das Start-up aus Leipzig von einer thüringer Rechtsanwaltskanzlei bestätigen lassen. „So wird ausschließlich in konkreten Gefahrensituationen, wie zu geringer Überholabstand oder bei einem Sturz, aufgezeichnet“, so die beiden Gründer*innen und Radsportler*innen Lelia König und Sandro Beck. Komplettiert werden diese anlassbezogenen Videosequenzen mit Angaben zu Ort, Datum und Uhrzeit, inklusive des gemessenem Überholabstandes.

Ein besonders Feature bietet das Startup mit der Möglichkeit, die erhobenen Sensordaten freiwillig und anonymisiert an die Städte zu übermitteln, um diesen Gefahrenstellen, wie Häufungen zu enger Überholvorgänge, Fahrbahnzustände und beliebte Radrouten, aufzuzeigen. Diese neuen Erkenntnisse über den Radverkehr ermöglichen den Städten eine zielgerichtete und effiziente Verbesserung der Radinfrastruktur – wenn die sich denn dafür interessieren.

Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, können die gesicherten Aufnahmen drahtlos per WLAN aus der „Dashbike“ auf das Smartphone übertragen werden. Die gleichnamige App generiert per Knopfdruck das vollständige Beweismaterial zum Download, das zur Schadensregulierung verwendet werden kann.

Ein paar Preise gab es für das kleine Unternehmen schon. Jetzt wird aber erst mal Geld gesammelt. Das Finanzierungsziel von rund 50.000 Euro ist schon nach zwei Tagen in Sicht, 180 Unterstützer*innen haben sich bereits gefunden. 199 Euro soll Dashbike über das Crowdfunding kosten. Bleibt zu hoffen, dass es nach erfolgreicher Finanzierung auch zeitig produziert wird. Das ist bei Fahrradprojekten auf kickstarter ja leider nicht immer so. Der Versand ist zumindest für November 2021 geplant.

Allerdings gibt es – unter dem Hashtag #DashGate – auch schon Kritik an Dashbike und dem Unternehmen. Der @rad_ritter fasst es in einem kurzen Video zusammen.