Heute ist wieder Blitzermarathon in weiten Teilen Deutschlands und die Reaktionen sind wie jedes Jahr. Die einen verstehen nicht, warum man diese großangelegten Geschwindigkeitskontrollen bis ins Details ankündigt. Die anderen wiederum regen sich auf und sprechen von Abzocke.


Dabei kann hier keineswegs von Abzocke die Rede sein. Überall in Deutschland abseits der Autobahnen – und zu einem beträchtlichen Teil auch dort – gelten Tempolimits, die durch einfache Zahlen klar definiert sind. Wer hier zu schnell fährt und dabei geblitzt wird, zahlt zu Recht ein Bußgeld. Und dabei ist es egal, ob sich der Sinn des jeweiligen Tempolimits dem einzelnen Autofahrer erschließt oder nicht. Er hat sich dran zu halten. So oder so.

Wenn es geblitzt hat, ist man schneller gefahren als es erlaubt ist. Wie kann das Abzocke sein?

Es hilft auch kein Verweis auf Kindergärten oder Schulen, wo das Blitzen mehr Sinn machen würde. Sicher sind dies besonders sensible Orte, die geschützt werden müssen. Es wird aber eben nicht dort geblitzt, wo es Geld einbringt, wie es viele behaupten. Es wird dort geblitzt, wo zu schnell gefahren wird. Sonst würde es ja gerade nicht blitzen. Ob Unfallschwerpunkt hin oder her. Und wer mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung nicht einverstanden ist oder deren Sinn nicht versteht, der kann sich – sofern er gute Gründe vorbringen kann – gerne für eine Änderung einsetzen. Er soll sich aber bitte nicht eigenmächtig drüber hinwegsetzen und andere dadurch gefährden.


Wer bei Blitzern von Abzocke spricht, der verharmlost zu schnelles Fahren und macht aus Geschwindigkeitsüberschreitungen Kavaliersdelikte. Das sind sie aber gerade nicht, wenn man sich die Hauptursache für Unfälle mit Todesfolge auf deutschen Straßen anschaut: das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit.

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