Heute vor zwei Jahren ist it started with a fight… in der jetzigen Form online gegangen. Zeit für einen kleinen Blick zurück. Ich bin in dieser Zeit tiefer in das Thema Radverkehr eingetaucht, als ich es damals für möglich gehalten habe. Aber wenn man sich ernsthaft damit beschäftigt, dann kommt schnell eins zum anderen. Und an der Resonanz, die ich so bekomme, meine ich zu erkennen, dass es nicht völliger Quatsch ist, den ich hier so in die Welt lasse.

Wenn man es genau nimmt, gibt es die Idee allerdings schon ein gutes Jahr länger. Aber die online-basierte WordPress-Version war doch noch recht oberflächlich und mehr auf Lifestyle und Trends ausgerichtet. Eine Spielerei, die erst mal einfach Spaß gemacht hat. Da hatte ich mich dann schon gewundert, dass ich es auf Platz 16 der Top 50 German Bike Blogs 2012 vom fahrradjournal geschafft hatte – von denen ich vorher auch noch gar nichts gehört hatte. Das war so ein kleines Signal, dass aus dem Blog vielleicht auch etwas „größeres“ werden könnte.

Und das wurde es dann in der Tat. Zumindest für mich. Denn mittlerweile geht ganz schön viel Zeit für it started with a fight… drauf. Wobei man bei Hobbies ja eigentlich nicht von „draufgehen“ reden kann. Man macht es ja gerne.

Die wichtigste Erkenntnis der letzten zwei Jahre: als RadfahrerIn ist man nicht allein.

Und die wichtigste Erkenntnis der letzten zwei Jahre ist wahrscheinlich, dass es da draußen noch viele andere Radfahrerinnen und Radfahrer gibt, die etwas verändern wollen. Die mit der Situation des Radverkehrs in Deutschland nicht zufrieden sind. Für die das Fahrrad mehr ist, als ein Freizeitgerät. Ob und in wieweit solche Veränderungen mit einem Blog möglich sind, sei mal dahingestellt. Mich hat er immerhin an den Runden Tisch Radverkehr der Stadt Osnabrück gebracht, da ich, so die Stadt, für eine gesellschaftliche Gruppe „spreche“, die vorher nicht am Runden Tisch vertreten war. Und so kann ich dort jetzt meine Sicht der Dinge zumindest mal vortragen.

Und was man ziemlich sicher erreichen kann, ist Aufmerksamkeit für den Radverkehr. Wenn einzelne Beiträge dann den Schritt über die „Szene-Grenzen“ hinaus schaffen, wird bei dem einen oder anderen Leser vielleicht auch die Sicht auf oder das Bewusstsein für den Radverkehr geschärft.

Genauso war es ja auch bei mir. Ein Beispiel: vor zwei Jahren war ich noch für die ersatzlose Abschaffung von Radwegen und den ausnahmslos integrierten Radverkehr. Dank copenhagenize und einiger anderer Bloggerinnen und Blogger sehe ich das inzwischen aber anders.

Das führt mich auch gleich zum nächsten Punkt. Man steht als Blogger eigentlich nie alleine da, ist fast immer Teil einer Gemeinschaft. Da entstehen neben gemeinsamen Projekten auch schon mal Freundschaften. Ein Beispiel dafür ist die Critical-Mass-Übersicht hier im Blog. Die Idee dafür hatte ich mit Bettina aus Berlin und wir tauschen uns immer noch regelmäßig aus, sehen uns aber leider viel zu selten. Dazu gehört natürlich auch die Zusammenarbeit mit Heinrich, der die monatlichen Grafiken erstellt. Und dazu gehören die Jungs/Mädels (?) von der Critical Mass Wuppertal, die die zugehörige Übersichtskarte erstellt haben und laufend aktualisieren. Leider weiß ich bis heute nicht, wer dahinter steckt. Auch wieder typisch fürs Bloggen – Online-Bekanntschaften. Vielen Dank auf jeden Fall an euch alle!

Wie es weiter geht? Keine Ahnung, aber sicher nicht langweilig.

Ab und zu werde ich dann gefragt, was aus it started with a fight… mal werden soll. Darauf habe ich aber keine Antwort, finde die Frage sowieso komisch. Es ist was es ist. Und bisher habe ich nicht das Gefühl, dass es auf absehbare Zeit langweilig wird im deutschen Radverkehr. Insofern ist auch hier noch kein Ende in Sicht.

In diesem Sinne: Danke an alle Leserinnen und Leser, Kommentarschreiberinnen und Kommentarschreiber für zwei interessante Jahre mit unterschiedlichen Blicken auf den deutschen Radverkehr und alles was mit dem Thema Fahrrad zu tun hat. Auf die nächsten zwei!

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PS: In letzter Zeit wurde ich auch wieder öfter gefragt, wie es zu dem Namen it started with a fight… kam. Das werde ich aber auch weiterhin nicht verraten. Er lässt ja Raum zu Spekulationen. Und die Wahrheit ist wahrscheinlich langweiliger als ihr denkt…

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