PING Button_Bike Citizens 1Viele Städte bieten ihren Bürgerinnen und Bürgern inzwischen die Möglichkeit, über Online-Plattformen auf Defizite im Verkehrsnetz hinzuweisen. Osnabrück hat zum Beispiel EMSOS, das EreignisMeldeSystem Osnabrück. Dort kann man eine Nadel auf einer Karte platzieren, einen kurzen Text und ein Bild beifügen und das Ganze mit einer entsprechenden Kategorie versehen. Im besten Fall leitet die Verwaltung das Ereignis an die entsprechende Stelle weiter, die das Defizit dann beseitigt.

Bike Citizens aus Graz hat diese Idee jetzt noch um den PING Button und eine zugehörige App ergänzt. Der 4 cm breite Knopf kann am Fahrradlenker oder an der Kleidung angebracht werden. Mit GPS-Technik ausgestattet kommuniziert er mit der Bike Citizens App über eine Bluetooth-Verbindung. An der aktuell in Brüssel stattfindenden Kampagne PING if you care! können teilnehmende Radfahrer per Knopfdruck Stellen im Straßenverkehr „pingen“. Diese werden dann automatisch auf einer digitalen Karte in der App und online markiert. Darüber hinaus können die erfassten PINGs sofort oder später zu Hause via Smartphone und App kategorisiert und kommentiert werden.

Ein Schlagloch auf dem Radweg, ein durch Äste verdecktes Straßenschild oder eine Kreuzung, an der die Vorrangregelung ignoriert wird – die große Bandbreite der möglichen Rückmeldungen erfasst nicht nur infrastrukturelle Mängel sondern auch gefühlte Unsicherheit und Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmer/innen.

Menschen, die in Brüssel Rad fahren, können also einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur leisten. Die Stadtverwaltung wiederum erhält Informationen und Einblicke in tägliche Straßenverkehrssituationen. Bedürfnisse und emotionale Eindrücke werden sichtbar. Die aus der Kampagne gewonnenen Erkenntnisse resultieren letztendlich in Handlungsempfehlungen für die Stadt, um den Radverkehr zu verbessern.

Die Resonanz in Brüssel ist laut Bike Citizens bisher sehr positiv. Nach 3 Wochen wurden bereits über 8.000 verbesserungswürdige Situationen „gepingt“. Die Kampagne läuft noch bis November 2017. Und auch andere Städte sollen sich schon für das System interessieren. Vielleicht heißt es auch bald in deutschen Städten „PING if you care!“.

PING if you care_Bike Citizens 2Bilder: Bike Citizens/Mobiel 21

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