Es gibt mal wieder eine neue Studie, die die wahren Kosten der verschiedenen Verkehrsmittel errechnet hat. Sie ist nicht die erste ihrer Art und sie wird sicher auch nicht die letzte sein. Aber auch sie hat zum Ergebnis, dass Autofahren immer noch viel zu günstig ist und von der Gesellschaft hoch subventioniert werden muss.

Für die Studie „The Social Cost of Automobility, Cycling and Walking in the European Union“ wurden die externen und privaten Kosten für Automobilität, Radfahren und zu Fuß gehen in der Europäischen Union berechnet. Und die Ergebnisse zeigen, dass für jeden mit dem Auto gefahrenen Kilometer externe Kosten (Schäden an Umwelt, Klima usw. für die wir als Gesellschaft und irgendwann auch die nachfolgenden Generationen aufkommen müssen) in Höhe von 11 Cent anfallen. Das heißt, dass die Gesellschaft für jeden privat zurückgelegten Autokilometer 11 Cent aufbringen muss, den eigentlich der jeweilige Autofahrer zahlen müsste. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der in der Europäischen Union gefahrenen Passagierkilometer belaufen sich die Kosten für die Automobilisierung auf rund 500 Mrd. Euro pro Jahr, die über die Abgaben aller Steuerzahler finanziert werden müssen. Die KFZ-Steuer reicht also bei Weitem nicht aus, um die Kosten zu decken.

Radfahren und zu Fuß gehen bringen der Gesellschaft – insbesondere aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Gesundheit – hingegen einen Nutzen von 18 bzw. 37 Cent pro Kilometer. Das summiert sich europaweit pro Jahr auf 24 Mrd. Euro durchs Radfahren und 66 Mrd. Euro durchs zu Fuß gehen.

Schon beim vivavelo-Kongress der Fahrradwirtschaft 2018 in Berlin zeigte Prof. Dr. Stefan Gössling von der Universität in Lund auf, dass es nicht nur ökologische, sondern auch drastische volkswirtschaftliche Gründe für eine Mobilitätswende in Deutschland gibt. In Deutschland liegen die externen Kosten, die nicht durch Steuern und Abgaben der Autofahrer gedeckt waren, sogar bei 20 Cent pro Kilometer. „Davon ausgehend, dass ein Auto pro Jahr etwa 20.000 Personenkilometer bewegt wird, bedeutet dies, dass in Deutschland jedes einzelne Auto pro Jahr mit 4.000 Euro von uns allen subventioniert ist“, lautet Lunds Schlussfolgerung.

Dem gegenüber steht in Deutschland ein gesamtgesellschaftlicher Nutzen von 30 Cent pro Kilometer, der mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Als Radfahrer entlaste ich die Gesellschaft also mit jedem zurückgelegten Kilometer, muss aber trotzdem für die Kosten des Autoverkehrs zahlen – auch wenn ich gar kein Auto besitze.

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