Der britische Hersteller LiteLok hat mir ein Fahrradschloss zugeschickt, das leicht, flexibel und sicher sein soll. Also habe ich mir das LiteLok Silver mal genauer angesehen. Das patentierte Boaflexicore-Band enthält ein Stahl- und Polymer-Komposit, das Schloss besteht aus einer gehärteten Luftfahrtlegierung aus Stahl – geschmiedet aus geschmolzenem Metall bei über 1700 Grad Celsius. Dafür gibt es die (namensgebende) Sicherheitskategorie Silver. Und es ist in der Tat hart, aber doch auch flexibel.

Laut Hersteller – und darauf muss ich vertrauen, weil ich das mit einem Schloss nicht alles testen kann – wiedersteht das LiteLok Silver „einem fortgesetzten Angriff mit den üblichen Diebstahlwerkzeugen, einschließlich Angriffen mit Bolzenschneidern, Brechstangen, Kabelschneidern und Metallsägen“.

Was mir sehr gut gefällt: Mit einem mitgelieferten Klettband kann man das 630 Gramm leichte LiteLok Silver unkompliziert um die Hüfte schnallen und sehr gut mitnehmen. Alternativ liegen auch noch zwei kleine Klettbänder bei, mit denen man das Schloss am Rahmen befestigen kann. Dafür sind dann natürlich wieder zwei Handgriffe mehr nötig. Kleiner Sicherheitsaspekt: Alle Klettbänder sind mit reflektierenden Streifen versehen, die den Radfahrer bei Dunkelheit etwas sichtbarer machen.

Mit der hier beschriebenen 70 cm-Variante (es gibt das Litelok Silver auch noch mit 52 und 85 cm) lassen sich Fahrräder auch gut an die dickeren Laternen anschließen, bei denen die meisten Bügelschlösser versagen.

Was mir nicht so gut gefällt: Das mit den Klettbändern ist schon ein ziemliches Gefummel. Trägt man es um den Bauch, nutzt man das lange Klettband, das beim Abschließen des Rades dann erstmal rumbaumelt. Die Befestigung am Rahmen mit den beiden kleinen Klettbändern ist etwas aufwendiger und daher eher was für lange Touren.

Im Schließmechanismus reibt Metall auf Metall, weshalb es nicht so recht flutschen will. Auch das Umdrehen des Schlüssels klappte bei mir nicht immer reibungslos. Irgendein kleiner Widerstand scheint darin zu sein, der das komplette Umdrehen hin und wieder blockiert.

Insgesamt verfolgt der Hersteller mit dem Prinzip des LiteLoks Silver eine sehr clevere Idee. Auch mein dickes Kettenschloss trage ich immer um den Bauch. Vom Tragekomfort her, liegt das LiteLok Silver da aber eindeutig vorne. Letztlich sind mir bei der Nutzung aber doch zu viele Handgriffe nötig.

Update 4. Juli 2019
Ich muss ein kleines Update posten, weil ich das mit der Befestigung am Rahmen mit den beiden kleinen Klettbändern nicht auf die Reihe bekommen habe. Hier gibt es ein kurzes Video. Man muss die Bänder gar nicht jedes Mal abfriemeln. Wieder was gelenrt.

Fotos: dd
Produktbilder: LiteLok