Sind Lastenräder für Unternehmen oder Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen im Alltag praktikable Transportalternativen? Das möchte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) herausfinden und stellt Firmen und Einrichtungen in ganz Deutschland E-Lastenräder für jeweils drei Monate zur Verfügung.

Trotz der großen Potenziale für Emissionsreduktion und verkehrliche Effizienzsteigerung spielen Lastenräder in der gewerblichen Nutzung bislang nur eine untergeordnete Rolle. Ausnahmen wie hier in Osnabrück sind noch recht selten. Daher sucht das DLR – gefördert durch das Bundesumweltministerium (nicht Bundesverkehrsministerium) – kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen, aber auch öffentliche Einrichtungen, Handwerker oder Selbstständige, die alternative Transportfahrzeuge im betrieblichen Alltag ausprobieren möchten.

„Mit 150 Lastenrädern gehört das Projekt zu den wirklich groß angelegten Pilotversuchen in Deutschland und sogar Europa, um Testmöglichkeiten für die gewerbliche Nutzung von Lastenrädern zu schaffen“, sagt Prof. Barbara Lenz, Direktorin des Instituts für Verkehrsforschung. „Ziel des Projektes ist es, das Lastenrad als ökologisch und ökonomisch sinnvolles Transportmittel für eine breite gewerbliche Nutzung bekanntzumachen und damit Akteuren aus der Wirtschaft und aus öffentlichen Einrichtungen Möglichkeiten zur nachhaltigen Gestaltung ihrer Verkehre aufzuzeigen.“

Als Testpiloten werden ab sofort und bis Mitte 2019 bundesweit mehrere hundert Unternehmen und Einrichtungen gesucht, die das Lastenrad als gewerbliches Transportmittel und dessen Alltagstauglichkeit in einem rund dreimonatigen Test ausprobieren möchten. Aktuell haben sich sechs Unternehmen mit fünf Fahrern gefunden – alle in Berlin. Den aktuellen Stand gibt es auf lastenradtest.de. Zur Auswahl stehen 17 verschiedene Lastenradmodelle.

Und wir wären nicht in Deutschland, wenn während der zweijährigen Testphase nicht eine wissenschaftliche Begleitforschung erfolgte. 😉 Die Mitarbeiter vom DLR führen dazu kontinuierlich Befragungen der Testteilnehmer und Analysen der Fahrzeugbewegungen durch, etwa mithilfe einer projekteigenen App. Am Ende wird also ordentlich Datenmaterial vorliegen. Und hoffentlich auch die Erkenntnis, dass man nicht jede Fahrt mit dem stinkenden Diesel-Kastenwagen machen muss…

Fotos: DLR

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