Rote Ampeln nerven wohl jeden Verkehrsteilnehmer, egal ob er zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto unterwegs ist. In der Vergangenheit haben Verkehrsplaner in der Regel an Grünen Wellen für Autofahrer gearbeitet. Vor allem bei unseren Nachbarn in Dänemark und den Niederlanden tüftelt man aber inzwischen intensiver an der Grünen Welle für Radfahrer. Denn für Radfahrer bedeutet eine rote Ampel immer gleich etwas mehr Anstrengung.

Mit Hase und Schildkröte zur Grünen Welle: Flo sorgt für flüssiges Radeln

In Kopenhagen gibt es bereits eine grüne Fahrradwelle (bei 20 km/h) auf allen Hauptverkehrsachsen ins Zentrum. Darüber hinaus zeigen an einigen Ampeln LEDs im Boden an, ob man die nächste Ampel bei Grün erwischt oder dafür noch etwas schneller werden muss (hier im zweiten Video). In drei niederländischen Städten wird nun eine weitere Möglichkeit getestet, Radfahrern den Halt an roten Ampeln zu ersparen. Das System heißt Flo und besteht aus kleinen Säulen mit Bilschirm, die rund 100 Meter vor der Ampel anzeigen, wie der Radfahrer seine Geschwindigkeit beeinflussen muss, um bei Grün anzukommen. Ist er zu langsam und muss etwas mehr in die Pedale treten, zeigt der Bildschirm einen Hasen. Fährt er zu schnell, erscheint eine Schildkröte. Wenn er mit der passenden Geschwindigkeit unterwegs ist, gibt es einen „Daumen hoch“. Schwierig wirds nur bei einer angezeigten Kuh. Dann ist nichts zu machen und die Ampel wird so oder so Rot zeigen.

Technisch gesehen ist das jetzt zwar keine klassische Grüne Welle für den Radfahrer, bei der er mit einer bestimmten und konstanten Geschwindigkeit durch die Stadt fahren kann. Daher ist die Überschrift hier eigentlich auch nicht ganz richtig. Die Ampelphasen werden bei Flo nicht auf den Radfahrer abgestimmt, sondern der Radfahrer selbst muss für seine Grüne Welle sorgen. Aber trotzdem ist die Idee gut, weil sie ständiges Anhalten und Anfahren vermeiden hilft.

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