Im TV ist die NDR-Reportage nun gelaufen. Hier kann sie noch eine Weile geguckt werden. Ich denke übrigens, dass sie sehr gelungen ist. Die positiven Details aus Osnabrück, die es ja durchaus gibt, sind zwar rausgeflogen. Aber man muss natürlich auch ein bisschen an die Dramaturgie denken. Und alles in allem hat Osnabrück nun mal noch eine Menge aufzuholen – gerade im Vergleich zu Städten wie Kopenhagen. Das wird in der Reportage ja sehr deutlich.

Das Fahrrad soll zentrale Probleme lösen, mit denen deutsche Städte zu kämpfen haben: Stau, Lärm, Luftverschmutzung. Doch dafür sind die Radwege im Norden noch völlig unzureichend: Sie sind schmal, verwinkelt, buckelig, verkrautet oder gleich ganz zugewachsen. Viele Stadtplaner wollen die Radler daher vom Bürgersteig verbannen und auf die Straße schicken. Aufgemalte Linien und Fahrradpiktogramme sind preiswert und werden vor allem von sportlichen Radfahrern geschätzt, die ohnehin lieber auf der Straße fahren. Kritiker bezweifeln jedoch, dass sich unsichere Radfahrer, Senioren oder gar Kinder zum Fahren auf die Straße locken lassen.

Mein Lieblingszitat aus der Reportage kommt von einem Autofahrer, der bei der Critical Mass in Hamburg warten muss: „Sie wissen überhaupt nicht, was ich versäume in meinem Leben.“ Vermutlich einer der ganz wenigen Menschen, die noch nie in einem Stau standen…

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