Vorweg: Fahrräder und Musik gehören wahrscheinlich zu den fünf Sachen, die ich im Leben nicht missen möchte. Ein Tag ohne das eine oder das andere ist bei mir sehr selten. Was mir aber in letzter Zeit immer öfter auffällt und gelegentlich auch echt nervt, ist die Kombination von beidem bei anderen (vor allem sehr jungen) Menschen. Egal wo ich unterwegs bin, ein Radfahrer mit Stöpseln im Ohr ist nicht weit. Der Gedanke ist ja auch verlockend: man gleitet gemütlich dahin, zuweilen träumend, mit dem perfekten Sound im Ohr – das Leben könnte nicht schöner sein.

Das Leben könnte aber auch nicht schneller zu Ende sein. Natürlich weiß ich, dass es nicht verboten ist, beim Radfahren Musik zu hören. Zumindest nicht solange man die Geräusche in der Umgebung noch wahrnimmt. Aber mal ehrlich, bekommt ihr noch ernsthaft mit, was im Verkehr um euch herum so los ist, wenn ihr in Gedanken den Lieblingssong mitsingt? Ich kann es mir nicht so recht vorstellen, wenn mein Daumen mal wieder einen Krampf vom Klingeln bekommt, weil ihr einfach nicht reagieren wollt.

Eine echte Herausforderung: mit Kopfhörern „bewaffnete“ Jugendliche auf dem Fahrrad!

Dass ihr auf dem Radweg unterwegs seid, heißt nicht, dass ihr in einer eigenen Welt unterwegs seid. Da gibt es auch noch andere Radfahrer. Und an Kreuzungen sollten auch eure Sinne geschärft sein, falls es die vom Autofahrer mal nicht sind.

Für mich ist das Hören beim Radfahren fast genauso wichtig wie das Sehen. Ihr könnt den Blick nicht überall haben. Da sind die Ohren in komplexen Situation dann sehr hilfreich. Also Leute, ihr tut weder euch noch anderen einen Gefallen damit, „taub“ durch die Gegend zu radeln. Auch wenn Musik etwas Wunderbares ist, überlegt mal, ob ihr auf dem Fahrrad nicht darauf verzichten könnt. Uns allen zuliebe.

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