Gestern sind wir mit rund 100 Menschen durch Osnabrück gefahren, um an die im vergangenen Jahr getöteten und verletzten Radfahrer zu erinnern. Ich wurde danach gefragt, ob der Ride of Silence ein Erfolg war und kann das an der Teilnehmerzahl gar nicht festmachen. Es ist nicht wirklich wichtig, wie viele dabei waren. Wichtig ist, dass wir ein Zeichen gesetzt haben und die Schicksale noch mal aus der Polizeistatistik rausgeholt haben. Schließlich hat jeder tödlich Verunglückte auch eine Familie. Und da geht die Geschichte nicht mit der jährlichen Unfallstatistik der Polizei zu Ende.

Darauf wollten wir noch mal aufmerksam machen. Und wie ich mitbekommen habe, waren auch Angehörige von in den vergangenen Jahren verunglückten Radfahrern dabei. Wenn ihnen der Ride of Silence zumindest ein bisschen hilft, dann kann man sagen, dass wir erfolgreich waren. Forderungen an Stadt und Politik standen für mich gestern auch hinten an. Dafür ist der Ride of Silence nicht die richtige Plattform. Trotzdem ist es auch ein Zeichen, dass Stadtbaurat Frank Otte und mit Michael Hagedorn (Grüne) und Chris Cheeseman (parteilos) auch zwei Politiker aus dem Stadtrat mitgefahren sind.

Nach einer großen Runde um die Innenstadt, auf der Uwe Schmidt vom ADFC an verschiedenen Unfallstellen Blumen und Grablichter niedergelegt hatte, legten wir eine Schweigeminute an der Stelle ein, an der im vergangenen Herbst ein 21-jähriger Radfahrer von einem abbiegenden LKW getötet wurde. Dazu spielte eine Posaune. Ein bewegender Moment.

Eigentlich hätte ich am Ende gerne gesagt, dass wir uns im nächsten Jahr möglichst nicht wiedersehen. Leider ist aber auch 2016 schon wieder eine Radfahrerin in Osnabrück ums Leben gekommen. Hoffen wir, dass es dabei bleibt.

Vielen Dank an Christian für die Fotos!

Bilder und Video: Christian Riesenbeck

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