Nach Oldenburg zeigt nun auch die Osnabrücker CDU, dass sie von moderner Verkehrsplanung keine Ahnung hat. Wie die NOZ berichtet, hat der Verkehrsausschuss der Stadt eine positive Bilanz für „Osnabrück sattelt auf“ gezogen. Daher soll es die Kampagne auch in diesem Jahr wieder geben. Leider nur noch mit halbiertem Etat. Statt 100.000 Euro werden nur noch 50.000 Euro zur Verfügung stehen.

Allerdings stellte Ratsherr Marius Keite (CDU) laut NOZ die Frage, ob es nicht sinnvoller sei, das Geld in den Ausbau von Radwegen zu stecken. Nein Herr Keite, es ist nicht sinnvoller, das Geld in den Ausbau von Radwegen zu stecken! Es ist überhaupt nicht sinnvoll! Es wäre sinnvoller, die Radwege zurückzubauen! Und wissen Sie auch warum, Herr Keite? Weil die Kampagne „Osnabrück sattelt auf“ nämlich so schön für Aufmerksamkeit für den Radverkehr geworben hat. Und wenn Sie die ganzen frisch motivierten Radfahrer jetzt weiter auf (neue) Radwege schicken, dann verschwinden sie weiterhin von der Bildfläche des motorisierten Verkehrs. Daher sage ich: holt die Radfahrer runter von den Radwegen und rauf auf die Fahrbahn. Das wäre dann die nächste Kampagne. Mehr Aufmerksamkeit kann der Radfahrer dann nicht bekommen. Denn dann wird er gesehen. Auch an Querstraßen und Einfahrten! Und baut um Himmels Willen keine neuen Radwege!

Nein Herr Keite, es ist nicht sinnvoller, das Geld in den Ausbau von Radwegen zu stecken! Es ist überhaupt nicht sinnvoll!

Weiter heißt es bei NOZ.de: „Negativ aufgestoßen war Keite, dass ein Mitarbeiter der beauftragten Agentur das Autofahren als eine Art „Suchtverhalten“ bezeichnet habe.“ Da würde ich eher sagen, dass der Mitarbeiter eine gute Beobachtung gemacht hat. Und warum mit „Osnabrück sattelt auf“ die falsche Zielgruppe angesprochen werde, wie Keitel sagte, verstehe ich auch nicht so ganz. Wo soll man eine solche Kampagne denn machen? In Fahrradläden, wo sowieso nur bereits überzeugte Radfahrer verkehren?

Mehr verstanden haben da schon seine Kollegen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD, die radverkehrsfreundliches Klima schaffen wollen und anerkennen, dass noch viel Lobbyarbeit nötig sei. Aber das, lieber Herr Keitel, ist ja auch ihr Auftrag. Die Lobby ist halt nur eine andere.

Autofahren ist eine Art „Suchtverhalten“.

Auch Stadtbaurat Frank Otte hat erkannt, dass Osnabrück in Sachen Radverkehrsanteil noch ordentlich Nachholbedarf hat. Dass aber auch er die Notwendigkeit sieht, den weiteren Ausbau des Radwegenetzes voranzutreiben, stößt mir wiederum auf. Hoffnung macht mir da aber seine Erkenntnis, dass ein solcher Ausbau aufgrund der vielfach engen Straßenquerschnitte in der Stadt schlicht nicht möglich sei.

Die diesjährige Kampagne soll sich dann übrigens an ältere Menschen, und Pedelec-Fahrer richten. Darüber hinaus soll über mögliche Radschnellwege informiert werden, die aus dem Umland in die Stadt führen. Überlegungen zu drei Routen aus West, Nord und Ost kommend sind bereits vorhanden, müssen allerdings noch in konkrete Planungen gegossen werden. Da kann man also gespannt sein.

Und wenn Herr Keite und die CDU unbedingt Radwege wollen, dann doch bitte RadSCHNELLwege. Da können wir noch Unterstützung gebrauchen!

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