Weidenstraße in Osnabrück

Weidenstraße in Osnabrück

Jetzt ist also die Straßensheriff-App der große Aufreger im Netz. Mit dieser App soll man Autos, die auf Radwegen halten oder parken, fotografieren und mit nur einem Klick beim Ordnungsamt oder der Polizei anzeigen können. Gut so? Nicht wirklich. Das Problem der durch Autos blockierten Radwege ist zumeist nervig, bisweilen gefährlich, und vor allem immer wieder aktuell. Insofern kann man begrüßen, dass sich wieder mal jemand um eine Lösung bemüht.

Die Straßensheriff-App ist aber nicht der richtige Weg. Das kinderleichte zur Anzeige bringen von Falschparkern und -haltern erinnert zu sehr an Bürgerwehr und Stasi-Methoden. Und in der konkreten Situation hilft es einem auch nicht weiter. Hoffen kann man da nur auf den Lerneffekt beim Autofahrer. Das sollte aber auch anders zu erreichen sein. Mein Tipp sind die kleinen Spuckis (Parke nicht auf unseren Wegen), die man wie eine Briefmarke anleckt und dann einfach aufs Seitenfenster klebt. In trockenem Zustand kriegt man sie praktisch gar nicht restlos wieder ab, was Autofahrer zur Weißglut treibt. Mit ein bisschen Wasser sind sie aber ohne Mühe wieder beseitigt. Und der Ärger über diese kleine „Maßregelung“ eines stinknormalen Mitbürgers ist mit Sicherheit größer, als der über das Bußgeldmandat einer offiziellen Behörde. Der Lerneffekt also auch wahrscheinlicher.

Mein Motto: Oldschool-Spucki schlägt Sheriff-App!

PS: Die Fotorecherche für diesen Beitrag hat mich gerade mal fünf Minuten gekostet. Schon nach 300 Metern hatte ich das passende Motiv gefunden! (Was dieser Plastikpfeiler da mitten auf dem Radweg macht, ist übrigens noch eine ganz andere Frage…)

Update 16. Oktober 2013
Die Erfinder vom Straßensheriff rudern zurück und entschärfen ihre App. Der Schritt des „Online-Anzeigens“ würde nicht als ein Mittel akzeptiert, weshalb es keine Online-Anzeigen-Funktion geben wird. Mehr zu den Änderungen und die Erklärung von Heinrich Strößenreuther gibt es im startnext-Blog des Projekts.

Update 15. November 2013
Das Projekt ist erstmal gestorben. Die Finanzierungsphase im Netz ist vorbei, das nötige Geld nicht zusammengekommen. 33.000 Euro sollten es werden, 11.115 Euro sind es geworden.
Das endgültige Aus soll es aber nicht sein. In einer Pressemitteilung teilen die Verantwortlichen mit, dass sie die enorme öffentliche Aufmerksamkeit darin bestärkt, „an einem Plan B für die Umsetzung der App zu arbeiten“.
„Wir werden die Kontakte, die wir geknüpft haben, in den nächsten Wochen intensivieren und sind uns sicher, dass wir das Projekt realisieren können“, sagt Strößenreuther.
Bleibt zu hoffen, dass es keine Denunzianten-App wird. Das würde die das Verhältnis zwischen Auto- und Radfahrern nun wirklich nicht entspannen…

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